FPÖ im Umfragetief, FP-Chef im Liebeshoch

Die Korruptionsvorwürfe in Kärnten und Frank Stronach bescheren der FPÖ deutliche Stimmenverluste in den Umfragen. Strache gibt unterdessen den Blauen zum Kuscheln.

Wien – Der Start in den Herbst ist ein holpriger für FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Zumindest beruflich, denn just am Wochenende vor seinem Auftritt bei den ORF-“Sommergesprächen“ servierten ihm gleich mehrere Medien fast schon genüsslich aktuelle Umfragen, in denen die FPÖ durch die Bank um die 20 Prozent und damit auf Platz drei liegt. Privat klappt es dafür ganz hervorragend für Strache, und es mag Zufall oder Strategie sein, dass der Parteichef der Welt dieser Tage recht offensiv sein Liebesglück vor die Füße legt.

Die FPÖ leidet unter den Kärntner Zuständen, und auch der markige Start von Frank Stronach in Richtung Parteigründung nimmt den Freiheitlichen Schwung weg, so die einhellige Meinung der Meinungsforscher. Schlechte Presse trug ihm zuletzt auch ein antisemitischer Cartoon auf seiner Facebook-Seite ein. Strache selbst will natürlich nichts von Turbulenzen wissen: Er vermeint, in ganz Österreich eine hervorragende Stimmung für seine Partei zu verspüren.

Strache ist aber offensichtlich einfach gut drauf. Der Grund dafür heißt Andrea Eigner, wie spätestens seit Sonntag auch eine größere Leserschar weiß. In einem üppigen Interview in der Kronen Zeitung sprachen Strache und seine Freundin ausführlich über die Kraft der Liebe, ihre Beziehung und weitere Pläne -– eventuelle Hochzeit und Familiengründung mit eingeschlossen. Schon zuvor hatte Eigner in News einen großen Auftritt, inklusive Fotoshooting in Modellen des italienischen Labels, mit dem sie demnächst eine Boutique in der Wiener Innenstadt eröffnet.

Strache gibt in schwierigen Zeiten für die Partei also den Blauen zum Kuscheln – zumindest in bunten Zeitungsbeilagen. Am politischen Parkett sind zarte Töne wohl weiterhin nicht zu erwarten. Abzuwarten bleibt, wie er seine Bühne im ORF, den er online im Vorfeld schon mal als „Österr. Rotfunk“ attackierte, nutzt. Die Latte liegt heuer hoch, die TV-Interviews erfreuen sich hoher Seherzahlen. 2011 erreichte Strache 420.000 Zuschauer und 19 Prozent Marktanteil. Heuer hatte zuletzt Grünen-Chefin Eva Glawischnig 666.000 Seher (29 Prozent Marktanteil), zuvor hatte BZÖ-Obmann Josef Bucher 615.000 vor die Fernsehgeräte gelockt (25 Prozent). (APA)

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