Ein heißer Agrarherbst steht bevor

Innsbruck – Das Tauziehen zwischen Gemeindeverband und Land Tirol in der Agrargemeinschaftsdebatte spitzt sich zu. Gleichzeitig übt Landwirt...

Innsbruck –Das Tauziehen zwischen Gemeindeverband und Land Tirol in der Agrargemeinschaftsdebatte spitzt sich zu. Gleichzeitig übt Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger heftige Kritik an der Vorgangsweise von Agrargemeinschaften, die wie in Jerzens gedroht haben, den Almabtrieb abzusagen, weil die Gemeinde die Agrarrechnungen nicht unterzeichnen wollte. BM Karl Raich hat dann doch unterschrieben, obwohl er die Agraragenden an seine Vizebürgermeisterin übergeben hat. Schließlich war er bis Dezember 2010 selbst Kassier der Agrar Tanzalpe. „Von Erpressungen halte ich nichts, das kann nicht der Weg sein“, kritisiert Hechenberger die Agrarier. „In der Sache selbst kann es unterschiedliche Standpunkte geben, aber solche Vorgangsweisen lehne ich ab.“

Die Vereinbarungen und Vermögensaufteilungen, die die Agrarbehörde jetzt Woche für Woche vornimmt, treiben wiederum dem Gemeindeverband die Zornesröte ins Gesicht. Zuletzt ging es um Ellbögen und Grinzens. Das Land hingegen forciert Vereinbarungen. „Mit vernünftigen Leuten auf beiden Seiten ist das auf Basis des Gesetzes möglich und dies ist der einzige Weg, jahrelange Streitigkeiten zu vermeiden. Eines muss auch den Gemeinden klar sein: Rückübertragungen des Eigentums sind ausgeschlossen“, sagte zuletzt LH Günther Platter bei einer Versammlung des VP-Bauernbundes in Imst.

Der Gemeindeverband warnt jedoch davor, auch deshalb, weil wie in Ellbögen im Zusammenhang mit der den Gemeinden zustehenden Jagdpacht Pauschalabgeltungen für die Agrargemeinschaft vorgesehen sind: Wegerhaltungsbeitrag 3000 Euro, Verwaltungskostenanteil von 2000 Euro oder Wegbenützungspauschalen von 1500 Euro. Dazu kommen noch Äsungsabgeltungen für das Wild im Wald und auf der Weide. „Dafür gibt es überhaupt keine rechtliche Grundlage“, wettert Präsident Ernst Schöpf. Sollte es einen Wildschaden geben, so sei dieser festzustellen und vom Jagdpächter zu ersetzen.

Festgesetzt werden diese Pauschalen von den Bezirksforstinspektionen. Der Gemeindeverband prüft jetzt eine Anzeige des zuständigen Mitarbeiters bei der Staatsanwaltschaft. Als erschütternd bezeichnet Schöpf die vorliegenden Jahresabschlüsse der Agrargemeinschaften, die vom Gemeindeverband geprüft wurden. „Wir konnten keiner Gemeinde empfehlen, die Jahresabschlüsse und Voranschläge zu genehmigen, weil sie fehlerhaft und teilweise unvollständig waren.“ Aufgrund der anhaltenden Debatten veranstaltet der Gemeindeverband von 17. bis 21. September Schulungen für Gemeindemitarbeiter im Umgang mit Gemeindegutsagrargemeinschaften. (pn, aheu)

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