Teheran mobilisiert Blockfreie gegen westliche Sanktionen

Salehi: „NAM sollte ernsthaft gegen Finanzsanktionen vorgehen.“

Teheran – Die iranische Führung will das Treffen der Blockfreien Staaten (Non Aligned Movement/NAM) von 26.-31.8. in Teheran nutzen, um möglichst viele Verbündete NAM-Staaten gegen westliche Iran-Sanktionen zu mobilisieren. Im Konflikt um Teherans umstrittener Urananreicherung haben die USA und die EU mehrere Sanktionspakete gegen die iranische Regierung beschlossen.

Unter anderem ist seit 1. Juli ein Öl-Embargo der EU in Kraft. Dadurch sind die iranischen Ölexporte um 40 Prozent zurückgegangen. Außenminister Ali Akbar Salehi rief die Blockfreien Staaten Sonntag auf, alle gegen den Iran beschlossenen Sanktionen abzulehnen. „Die NAM sollte ernsthaft gegen die Finanzsanktionen einiger Länder gegen ihre Mitgliedsstaaten vorgehen“, so der iranischen Chefdiplomat bei der Eröffnung der Konferenz in Teheran.

Der Iran betreibt Kernreaktoren, reichert Uran an und betreibt Kernforschung. Der Westen verdächtigt den Iran unter dem Deckmantel eines friedlichen Atomprogramms heimlich an Atomwaffen zu arbeiten. Israel fühlt sich dadurch in seiner Existenz bedroht und droht sogar mit einem Militärschlag auf iranische Nuklearanlagen, um den Bau einer iranischen Atombombe zu verhindern.

Teheran bestreitet militärische Absichten, verweigert aber internationale Inspektionen bestimmter Anlagen. „Wir beharren auf der friedlichen Natur unseres Atomprogramms und wir wollen nur unsere legitimen Rechte in dieser Hinsicht. Wir akzeptieren keine Beurteilung mit zweierlei Maß bei der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA/IAEO) und damit verbundenen UN-Einrichtungen“, ergänzte Salehi.


Kommentieren


Schlagworte