Happels Kapitän feiert seinen 50er

364 Bundesligaspiele, 25 Teameinsätze – Manfred Linzmaier hat viel zu erzählen.

Von Wolfgang Müller

Innsbruck –Manfred Linzmaier macht auch heute noch beruflich das, was er in seiner langer Profikarriere in jedem Spiel verlässlich ablieferte – er ist als „Kilometerfresser“ im Einsatz. In 364 Bundes­ligaspielen von 1981 bis 1996, davon 331 im Dress des SSW Innsbruck und FC Swarovski Tirol, wieselte der Kufsteiner im Mittelfeld, heute ist der Manni als Scout von Red Bull im Flieger oder im Auto nahezu permanent auf Achse. Wenn es im Salzburger Red-Bull-Projekt eine Konstante gibt, dann heißt sie Manfred Linzmaier. Seit sieben Jahren ist er bei den Bullen unter Vertrag und hat schon verdammt viele kommen und gehen sehen­.

Seinen heutigen 50er feiert der „Jubilar“ für ihn typisch, „unaufgeregt und im engsten Kreis“. Sich in den Vordergrund spielen, war nie das Seine. Dabei war er in der Ära Ernst Happel trotz Stars wie Hansi Müller, Pipo Gorosito und auch Bruno Pezzey Kapitän der damaligen Meistermannschaft. Sein Ding war es, ehrliche Arbeit auf dem Feld abliefern. Auf den „Linzi“ war immer und überall Verlass. Die schönsten Momente der Karriere? „Es gab einige. Das Erreichen des UEFA-Cup-Halbfinales 1987 und Trainer Felix Latzke war doch herausragend.“ Aber das Beste liegt noch nicht so lange zurück. „Die vier Jahre beim HSV und Kaiserslautern in der deutschen Bundesliga als Co-Trainer an der Seite von Kurt Jara­ waren das Beste.“ Warum? „Weil der Fußball dort einen ganz anderen Stellenwert besitzt und trotz aller Kritik Respekt genießt.“

Und genau das vermisst Linzmaier in Österreich. „Im österreichischen Fußball hab‘ ich so viele Idioten getroffen wie auf der ganzen Welt nicht. Man ist Freiwild, alles wird miesgemacht.“ So sei es auch typisch, dass er praktisch nur auf die leidige Faröer-Pleite mit dem Nationalteam und die 1:9-Niederlage mit dem FC Tirol bei Real angesprochen wird. „Dabei haben wir damals mit dem ÖFB-Team Deutschland, Spanien und Holland geschlagen und uns für die WM qualifiziert.“


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