Die violette Spur der Verwüstung

Beim drittklassigen Westschlager zwischen den Wacker Amateuren und Austria Salzburg sorgten Chaoten im Gästesektor einmal mehr für Ausschreitungen. Zahlreiche Festnahmen und Anzeigen.

Von Wolfgang Müller

Innsbruck –103 Polizisten und 50 Ordner waren beim Regionalliga-Westschlager zwischen den FC Wacker Amateuren und der Salzburger Austria am Samstag im Einsatz. Die Zahlen nach dem drittklassigen Spiel – abgesehen von der 0:8-Pleite der Schwarzgrünen – waren noch unverständlicher. 17 Verletzte wurde vom Roten Kreuz versorgt, vier so genannte Fans der Salzburger wurden verhaftet, 41 angezeigt, von 204 wurden von der Polizei die Daten aufgenommen. Schon vor dem Spiel wüteten die violetten Chaoten in der Innenstadt (26 Anzeigen). Im Tivolistadion wurden zahlreiche Bengalen auf das Spielfeld geworfen, im Gästesektor WC-Anlagen demoliert und regelrecht abgefackelt. Eine Frau musste von der Polizei aus den verrauchten Räumen gerettet werden.

Symptomatisch, dass die Ausschreitungen im Anschluss an den 8:0-Erfolg der Mannschaft erfolgten. Dass die Wacker-Fans, die ohnehin im Tivoli kaum vertreten waren, damit überhaupt nichts zu tun hatten, rundet das peinliche Bild des so genanten Traditionsklubs aus der Mozartstadt nur noch ab.

„Unfassbar. Denen geht es offenbar überhaupt nicht um den Fußball. Das ist bandenmäßiges aggressives Auftreten zum Zweck von Ausschreitungen. Die wollen wir hier nie mehr sehen. Man muss die Stadt vor solchen Leuten einfach schützen“, war Wacker-Geschäftsführer Gerald Schwaninger auch am Tag danach noch entsetzt: „Der Schaden ist beträchtlich und wir haben am kommenden Samstag im Tivoli schon den nächsten Schlager gegen Meister Red Bull Salzburg.“

Elmar Rizzoli, der Chef des städtischen Ordnungsdienstes, setzt sich dafür ein, in Zukunft keine Spiele mehr der Salzburger Austria in Innsbruck zu genehmigen: „Weil sich alles wiederholt. Wir hatten noch bei jedem Auftritt Probleme.“ Das Problem sollte sich ohnehin von allein lösen. Entweder durch den Aufstieg der Salzburger oder die Auflösung der Westliga in der bisherigen Form.

Auch TFV-Präsident Sepp Geisler sieht sich letztlich bestätigt: „Die Problematik Austria Salzburg war für uns mit ein Grund, die Regionalliga aufzukündigen. Das kann man unseren Vereinen nicht zumuten. Die neuerlichen Ausschreitungen rund ums Tivoli bestätigen auch den Entschluss der beiden Innsbrucker Klubs Union und Reichenau, freiwillig auf eine Westligateilnahme zu verzichten. Denn die Sicherheitsauflagen bei Heimspielen gegen die Salzburger Chaos­truppe sind einfach nicht zu stemmen.“


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