Zwei Pussy-Riot-Mitglieder aus Russland geflohen

Zwei von der Polizei gesuchte Mitglieder der Punk-Band haben offenbar das Land verlassen, um einer Strafverfolgung zu entgehen.

© EPA

Moskau - Weiter Aufregung um Pussy Riot: Zwei Frauen der kremlkritischen Punkband Pussy Riot sind nach einem Fahndungsaufruf der Moskauer Justiz aus Russland geflohen. Erst vor kurzem waren drei andere Mitglieder der Skandalband nach einem Protest gegen Präsident Wladimir Putin in einer Kirche zu je zwei Jahre Lagerhaft verurteilt worden. Die beiden geflohenen Frauen würden im Ausland „Feministinnen anwerben, um neue Proteste vorzubereiten“, teilten die Putin-Gegner am Sonntag über Twitter mit. Pussy Riot soll aus schätzungsweise 20 Aktivistinnen bestehen.

Der Ehemann einer der verurteilten Musikerinnen bestätigte, dass die anderen beiden „an einem sicheren Ort außerhalb der Reichweite der russischen Polizei“ seien. Das Land habe mit Russland kein Abkommen zur Auslieferung.

Bei einer nicht genehmigten Demonstration in Moskau nahm die Polizei mindestens sechs Unterstützer der Band fest. Die Teilnehmer hätten nach dem Vorbild von Pussy Riot bunte Sturmhauben getragen, sagte ein Behördensprecher nach Angaben der Agentur Interfax.

Den beiden Frauen droht in Russland ebenfalls eine Gefängnisstrafe wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“. Sie sollen gemeinsam mit ihren drei verurteilten Mitstreiterinnen in der Moskauer Erlöserkathedrale ein Punkgebet gegen Putin aufgeführt haben. Nadeschda Tolokonnikowa (22), Maria Aljochina (24) und Jekaterina Samuzewitsch (30) waren vor kurzem trotz internationaler Kritik zu Lagerhaft verurteilt worden. (APA/dpa/Reuters)

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