Mindestens zehn Tote bei Bombenanschlag in Damaskus

Der internationale Syrien-Sondergesandte Lakdar Brahimi stufte die Lage in Syrien als „sehr, sehr gefährlich“ ein. Die Situation werde immer schlimmer.

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In der syrischen Hauptstadt Damaskus sind bei einem Bombenanschlag mindestens zehn Menschen getötet worden. Laut syrischem Staatsfernsehen, detonierte der in einem Auto platzierte Sprengsatz am Montag in einer Bäckerei in dem überwiegend von Drusen und Christen bewohnten Vorort Jaramana. Zudem flog die syrische Luftwaffe nach Angaben von Menschenrechtlern die bisher heftigsten Angriffe im Land.

Binnen drei Stunden hätten Kampfjets am Montagmorgen 34 Angriffe gestartet, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London mit. So wurde eine Rebellenstellung im Wohngebiet Harat al-Sham angegriffen, das nur wenige Kilometer östlich der Hauptstadt liegt.

Die Oppositionsgruppe Sham News Network berichtete zudem, Kampfflugzeuge hätten Gebiete in Barseh, einem Viertel im Norden von Damaskus, angegriffen. Auch die Stadt Deir al-Zor im Osten des Landes sei von der Luftwaffe beschossen worden.

Die syrische Armeeführung hat unterdessen die Rebellen für die Verletzung der Waffenruhe verantwortlich gemacht. Sie warf den Aufständischen ebenfalls vor, für die Zerstörung des Landes verantwortlich zu sein. In einer am Montag vom Staatsfernsehen verbreiteten Erklärung kündigten die Streitkräfte an, gegen diese „Terroristen“ mit eiserner Faust vorzugehen, um Syrien zu retten.

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UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon zeigte sich tief enttäuscht, dass die viertägige Waffenruhe in Syrien nicht eingehalten wurde. Er rief am Montag in Seoul die Truppen von Präsident Assad und die Aufständischen auf, ihre Gefechte sofort zu beenden.

Ähnlich äußerte sich der Sondergesandte von UNO und Arabischer Liga, Lakhdar Brahimi, der die Waffenruhe während des islamischen Opferfestes Eid al-Adhna vermittelt hatte. Außerdem stufte er die Lage in Syrien derweil als „sehr, sehr gefährlich“ ein. Seit Beginn der Feuerpause wurden nach Angaben von Aktivisten beinahe 500 Menschen getötet.


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