Die Geburt eines Giganten

Die Medienkonzerne Bertelsmann und Pearson legen ihre Buchverlage zusammen.

Gütersloh, London –Der deutsche Bertelsmann-Konzern und das englische Verlagshaus Pearson legen ihre Buchsparten zusammen – und schaffen damit einen neuen Giganten in der internationalen Verlagslandschaft. Penguin Random House, wie das Unternehmen nach dem Zusammenschluss in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres – nach Erteilung der notwendigen behördlichen Freigaben – heißen wird, dürfte sogar zum weltgrößten Publikumsverlag werden. Insgesamt soll Bertelsmann 53 und Pearson 47 Prozent am neuen Unternehmen halten. Laut Angaben der beiden Unternehmen soll Markus Dohle, derzeit Chef der Bertelsmann-Buchsparte Random House, die Leitung des neuen Verlags übernehmen.

Der Buchmarkt steckt angesichts von E-Books und Internet in einer riesigen Umwälzungsphase. Bertelsmann und Pearson, zu dem neben dem Traditionsverlag Penguin auch die Financial Times gehört, wollen dem Wandel jetzt gemeinsam effektiver begegnen.

Der neue Buchriese wird alle Aktivitäten von Random House und des Pearson-Verlags Penguin in den USA, Kanada, Großbritannien, Australien, Neuseeland, Indien und Südafrika sowie die Penguin-Aktivitäten in China und die spanischsprachigen Random-House-Verlage umfassen. Der deutsche Ableger von Random House mit Sitz in München wird nicht Teil der neuen Gruppe, sondern verbleibe bei Bertelsmann, so Markus Dohle. „Mit dem Zusammenschluss schaffen Bertelsmann und Pearson die bestmöglichen Voraussetzungen für die Zukunft ihrer weltweit anerkannten Verlagshäuser Random House und Penguin“, erklärte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe. Es könnten effektiver Bücher verlegt werden, und das in traditionellen wie in digitalen Formaten. Die Zusammenlegung sei ein „Meilenstein“.

Auch die Pearson-Chefin Marjorie Scardino, die zum Jahreswechsel zurücktreten wird, betonte, dass man sich gemeinsam besser der digitalen Zukunft stellen könne. Random House mit einem Umsatz von gut 1,7 Milliarden Euro im Jahr 2011 verkauft nach eigenen Angaben pro Jahr 500 Millionen Bücher. Mit Penguin soll Pearson laut Eigenangaben 1,3 Milliarden Euro umsetzen.

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Trotz der Zusammenlegung sollen beide Verlage ihre Identität bewahren, hieß es. (APA, Reuters, dpa, TT)


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