Zeichen deuten auf Notlandung hin

Wrack des bei Ellbögen abgestürzten Flugzeuges wird zur Spezialuntersuchung nach Wien gebracht.

Innsbruck –Nach dem Absturz einer zweimotorigen Cessna Ende September oberhalb von Ellbögen, der sechs Todesopfer gefordert hatte, gebe es Anzeichen einer Notlandung, sagt Peter Urbanek, Leiter der Unfalluntersuchungsstelle des Bundes.

Die Experten hätten sich über die Lage des Wracks gewundert, das „in einem scharfen Knick“ von der sehr geraden Flugroute aufgefunden wurde. Zudem befand sich die Position in einer schmalen Jungwaldschneise, links und rechts sei Hochwald gestanden. Aus dem Versuch einer Notlandung ließe sich schließen, dass die entsprechende Leistung des Flugzeuges gefehlt habe. „Wir werden uns daher genau anschauen, ob ein Triebwerk während des Fluges Zündaussetzer oder einen Stillstand hatte und ob sich der Propeller mit der entsprechenden Umdrehungszahl gedreht hat“, sagt Urba­nek. Noch im Lauf dieser Woche soll das Wrack für diese Spezialuntersuchung nach Wien transportiert werden. Wegen des hohen Zerstörungsgrades der Maschine könnte die Untersuchung jedoch länger dauern, wagte Urbanek noch keine Prognose.

Gehe man von einem technischen Defekt aus, habe der „erfahrene Pilot“ mit der Entscheidung für eine Notlandung jedenfalls „sehr umsichtig“ gehandelt, ergänzt Urbanek. Die Recherchen zum Piloten hätten ergeben, dass dieser alle nötigen Lizenzen und Schulungen für den angemeldeten Flug besessen habe, betont der Untersuchungsleiter. Der Salzburger hatte einen Sichtflug angemeldet, er besaß keine Berechtigung für Instrumentenflug.

Unterdessen konnte der schwerverletzte Überlebende vor wenigen Tagen auf die Normalstation an der Innsbrucker Universitätsklinik verlegt werden. Eine Entlassung sei allerdings noch nicht absehbar, hieß es von einem Tilak-Sprecher.

Der zweite Überlebende, der beim Absturz leichter verletzt worden war, habe das Krankenhaus inzwischen verlassen können. (cm, APA)


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