Nach Flugzeugabsturz: Wrack für Spezialuntersuchung in Wien

Mithilfe der lediglich in Wien vorhandenen Spezialgeräte sollen ein Motor als auch eine Propellerwelle genauer untersucht werden.

Innsbruck - Nach dem Absturz einer zweimotorigen Cessna mit sechs Toten bei Ellbögen im Bezirk Innsbruck-Land Ende September wird das Wrack für eine Spezialuntersuchung nach Wien transportiert. Dies soll im Laufe dieser Woche passieren, sagte Peter Urbanek, Leiter der Unfalluntersuchungsstelle des Bundes, auf Anfrage der APA am Montag. Dabei soll der Verdacht auf ein technisches Gebrechen geklärt werden.

Mithilfe der lediglich in Wien vorhandenen Spezialgeräte sollen ein Motor als auch eine Propellerwelle genauer untersucht werden. Es gebe Verdachtsmomente, dass es bei dem Flug in der Früh des 30. September auch ein technisches Gebrechen gegeben haben könnte, meinte Urbanek. Die Frage nach der damals fehlenden Flughöhe schließe diese Ursache neben einem möglichen menschlichen Versagen nicht aus.

Außerdem zog Urbanek eine Notlandung in Betracht. Die Experten hätten sich über die Lage des Flugzeugwracks gewundert, das „in einem scharfen Knick“ von der sehr geraden Flugroute aufgefunden wurde. Zudem befand sich die Position in einer schmalen Jungwald-Schneise, links und rechts sei Hochwald gestanden. „Der Absturz könnte auch eine Notlandung gewesen sein“, erklärte der Untersuchungsleiter.

Unterdessen konnte der schwerverletzte Überlebende vor wenigen Tagen auf die Normalstation an der Innsbrucker Universitätsklinik verlegt werden. Er sei völlig stabil und eine Überwachung deshalb nicht mehr notwendig, sagte ein Sprecher des Krankenhausbetreibers Tilak. Eine Entlassung sei allerdings noch nicht absehbar.

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Der bei dem Flugzeugunglück mit leichten Blessuren davongekommene Insasse habe das Krankenhaus inzwischen verlassen können. Er hatte damals Verbrennungen erlitten.

Das Flugzeugunglück hatte sich am 30. September kurz vor 7.30 Uhr ereignet. Die Maschine war in 1.612 Metern Höhe in Flugrichtung Osten in einen steilen Berghang gekracht. Zum Zeitpunkt des Absturzes herrschte dichter Nebel. Der Pilot hatte einen „Sichtflug“ geplant. Dafür besaß er eine Berechtigung, nicht aber für einen Instrumentenflug. An Bord der zweimotorigen Cessna mit der Kennung „N738W“ befanden sich neben dem Piloten aus dem Bezirk Zell am See auch sieben Fluggäste aus dem Zillertal (Bezirk Schwaz). Für fünf Passagiere und den Piloten kam jede Hilfe zu spät. Zwei Insassen überlebten. (APA)


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