Das hat schon Oma gewusst

Nicht gegen alles, aber gegen vieles ist ein Kraut gewachsen, sagt Waltraud Ploner. Die Tiroler Kräuterexpertin kennt die wichtigsten heimischen Naturheilmittel, mit denen man gut durch die Grippezeit kommt.

Von Nicole Unger

1 Gliederschmerzen: Der Storchenschnabel ist quasi die Aspirin-C-Brause unter den Kräutern und hilft, wenn sich eine Erkältung oder eine Grippe ankündigt. „Der Storchenschnabel ist die stärkste antivirale Pflanze. Machen sich erste Gliederschmerzen bemerkbar, empfiehlt sich, Storchenschnabeltee zu trinken. Wichtig ist es, diesen intensiv abzukochen“, rät die Innsbrucker Kräuterexpertin Waltraud Ploner. Um das Immunsystem zu stärken, könne man den Tee außerdem in Sprühflaschen füllen und als Raumspray verwenden.

2Erkältung und Fieber: Ist die Erkältung eingetreten, empfiehlt Ploner, Holunder- und Lindenblütentee abwechselnd zu trinken. „Während man die Holunderblüten lediglich überbrüht, muss man den Lindenblütentee etwa eine Viertel Stunde auf einer heißen Platte ausköcheln lassen, bis er rot wird, erst dann werden die ätherischen Öle aktiv. Beide Tees wirken schweißtreibend und sollen Gifte aus dem Körper hinaustreiben, außerdem sorgen die Hausmittel für einen tiefen Schlaf, der bekanntlich als beste Medizin gilt.

3Hals und Heiserkeit: Spürt man ein Kratzen im Hals, sind laut Ploner Salbei, Huflattichblüten und -blätter sowie Thymian die besten Helferlein. „Salbei und Thymian enthalten ätherische Öle und gehören gut gekocht“, weiß Ploner. Sehr bewährt habe sich außerdem Thymianmilch. Ploners Rezept vor dem Schlafengehen: Am Abend einen Viertelliter Milch mit derselben Menge Wasser mischen, mit einem Teelöffel Thymian aufkochen, zehn Minuten auf einer heißen Platte ziehen lassen, abseihen, überkühlen, bis der Tee trinkfertig ist, einen Teelöffel Honig hinzufügen. Zudem schwört Ploner auf die Wirkung der Farben: „Ein blaues Seidentuch um den Hals gewickelt wirkt kühlend und beruhigend.“

4Husten: Bei Husten haben sich Schlüsselblumen, Huflattichblüten, Brombeerblätter, Lungenkraut, Königskerzenblüten und Thymian behauptet, verrät Ploner. Die Teesorten könne man durchaus mischen. Ein altes Rezept aus Omas Hausapotheke ist außerdem der schwarze Rettich: einfach aushöhlen, Honig reingeben, über Nacht stehen lassen und auslöffeln.

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5Stirnhöhlen: Geriebener Kren wirkt wie eine Inhalation. Ploner empfiehlt: Den Kren in ein Tuch wickeln (Vorsicht scharf!), kurz auf die Stirn zwischen die Augen legen oder ein bisschen davon in Speisen, z. B. in einen Salat, geben. „Kren wirkt desinfizierend und vertreibt Bakterien“, weiß die Kräuterkennerin.

6Allgemeine Stärkung: „Schafgarbe ist eine Universalheilpflanze, unterstützt alle Organe und hilft auch bei Darmgrippe“, sagt Ploner

7Ploners Tipps: Wer seine Kräuter nicht selbst gesammelt hat, erhält diese in Apotheken oder Reformhäusern. Für eine Tasse Tee reicht die Kräutermenge, die man zwischen drei Fingern halten kann. Kein Tee sollte länger als drei Wochen getrunken werden. Honig zum Süßen nur in den überkühlten Tee geben. Wärmend wirken ein paar Scheiben Ingwer und Zitronenmelisse. Für eine Dosis Vitamine, muss man nicht zu exotischem Obst greifen. Gedörrte Apfelstücke im Tee sind wahre Vitaminbomben.


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