Syrische Luftwaffe startet Offensive - General getötet

Die syrische Armee hat mehrere Rebellen-Stellungen aus der Luft bombardiert. Die Opposition berichtete von mehreren Dutzend Toten.

Damaskus, Amman - Nach dem Ende des kaum beachteten Waffenstillstands hat die syrische Armee eine neue Offensive von Luftangriffen gestartet. Durch Flugzeugattacken auf Stellungen der Aufständischen starben nach Oppositionsangaben am Dienstag mehrere Dutzend Menschen. Rebellen töteten einen Luftwaffengeneral in einem Vorort der Hauptstadt Damaskus, wie das Staatsfernsehen berichtete. Dies war der jüngste Anschlag auf führende Gefolgsleute von Präsident Bashar al-Assad. Im Juli waren bei einem Bombenattentat vier ranghohe Assad-Vertraute ums Leben gekommen, darunter ein Schwager des Staatschefs und der Verteidigungsminister.

Aktivisten zufolge flog die syrische Armee am Nachmittag einen Angriff mit einem Jagdbomber auf die Hauptstadt Damaskus. Es seien vier Bomben über dem Viertel Jobar im Osten der Stadt abgeworfen worden, teilte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Explosionen waren in ganz Damaskus zu hören, wie eine Korrespondentin der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Acht Menschen seien ums Leben gekommen.

Auch in den Außenbezirke von Homs und der von Rebellen eingenommenen Stadt Maarat al-Numan im Norden des Landes habe es Luftangriffe gegeben. Laut Aktivisten sarben in Maarat al-Numan 28 Zivilisten. Und bei einem Luftangriff auf die Ortschaft al-Mubarkije bei Homs seien zwei Rebellen getötet und zehn verletzt worden. Ziel sei es gewesen, die Belagerung eines Armeestützpunktes in al-Mubarkije zu beenden. Den Rebellen zufolge wurden von der Militärbasis wiederholt sunnitische Dörfer an der Grenze zum Libanon beschossen. Der Ort sei bereits im März von der Armee dem Erdboden gleichgemacht worden.

Die syrische Armee hat zuletzt verstärkt die Luftwaffe im Kampf gegen die Rebellen eingesetzt. Diese verfügen über keine effektive Luftabwehr. Die meisten Einwohner der Millionenmetropole Homs sind aus der Stadt geflohen. In ihr wohnen sowohl Angehörige der sunnitischen Bevölkerungsmehrheit als auch der Gruppe der Alawiten, der Präsident Assad angehört.

Eine vom internationalen Syriengesandten Lakhdar Brahimi vermittelte viertägige Waffenruhe wurde von den Konfliktparteien weitgehend ignoriert. (APA/Reuters/AFP)


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