Sprachförderung zeigt Wirkung

Die zusätzliche Unterstützung für Kinder mit nicht deutscher Muttersprache zeigt Wirkung. Kufsteins Bezirksschulinspektorin Egger möchte zudem eine frühe Hilfestellung für Eltern mit Babys.

Von Wolfgang Otter

Kufstein, Wörgl –Die Sprachstartklasse an der Wörgler Volksschule hat gute Erfolge erzielt – diese erfreuliche Botschaft konnte Bezirksschulinspektorin Margarethe Egger bereits verkünden. „Und heuer konnten alle Kinder beim Schuleintritt so gut Deutsch, dass die Einrichtung dieser Klasse für dieses Schuljahr nicht mehr notwendig war“, weiß die Bezirksschulinspektorin. Das Thema beschäftigte auch die Volksschulen in Kufstein, zu einer eigenen Klasse kam es jedoch hier nicht. „Unser Problem ist, dass die drei Schulen zu weit voneinander entfernt liegen“, sagt Fritz Mayer, Direktor der VS Zell. Da es nicht möglich gewesen sei, die Kinder an einem zentralen Ort zu sammeln, weil die Kinder dazu für die Fahrt zur Schule teilweise umsteigen hätten müssen, habe man zu einer anderen Unterrichtsform gegriffen. In Kufstein betreut eine eigene Lehrperson tageweise die Kinder mit nicht deutscher Muttersprache. Ebenfalls mit spürbarem Erfolg, wie Mayer­ erklärt. In Kufstein gebe es zu- dem eine ganz andere Situation, wie Egger anfügt. „Es gibt mehr Nationalitäten, während sich in Wörgl mehr türkische Kinder konzentrieren.“

Einem widerspricht Egger übrigens entschieden: nämlich, dass viele der Kinder mit nicht deutscher Muttersprache in der Sonderschule landen. So wie überhaupt der Trend im Bezirk Kufstein ganz eindeutig in Richtung Integration im Regelunterricht zu erkennen sei. Egger will damit auch die Vorwürfe, dass Kinder mit Problemen rasch abgeschoben werden, den Wind aus den Segeln nehmen. „Kinder kommen nur in die Sonderschule, wenn die Eltern zustimmen“, betont Egger. Daher betreuen die drei Sonderschulen – die vierte ist die Landessonderschule Kramsach – in ihrem Aufgabenbereich als Sonderpädagogische Zentren derzeit 66 Prozent der Kinder (186) im integrierten Unterricht und 34 Prozent (103) an den jeweiligen Schulen selbst.

Optimale Betreuung der Kinder sollte für Egger bereits vor der Schulzeit beginnen. Nach dem Modell „Frühe Hilfe“ könnte sie sich ein Pilotprojekt im Bezirk Kufstein vorstellen. Dabei arbeiten verschiedenste Institutionen zusammen, um, falls notwendig, bei überforderten Eltern mit Kleinkindern einzugreifen und diesen zur Seite zu stehen, um eine optimale Entwicklung des Kindes zu gewährleisten.

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