Vom Sommer in den Winter: der Oktober brachte Hitze und Frost

Mehr Niederschlag als gewöhnlich, extrem hohe Temperaturen bis 27,1 Grad und richtig kalt mit bis -14 Grad. Der Oktober war ein Monat der Wetterextreme.

Innsbruck – Ein Monat der großen Unterschiede geht zu Ende. Der Oktober 2012 brachte Wärmerekorde und einen ungewöhnlich frühen Wintereinbruch. Doch unter dem Strich wird – besonders im Bergland – das sonnige, milde Bergwetter in Erinnerung bleiben. Begleitet allerdings von trübem Nebelwetter in den Tälern und im Flachland.

„Viele unserer Messstationen auf den Bergen, wie am Brenner, verzeichneten einen bis zu 2 Grad zu warmen Oktober“, blickt Alexander Orlik, Klimatologe der ZAMG zurück.

In Tirol führte Reutte die Parade der Orte mit Höchsttemperaturen an. Dort wurden am 19. Oktober 27,1 Grad gemessen – der höchste Wert seit Messbeginn im Jahr 1936. Keine zwei Wochen später wurden in Reutte minus 5,7 Grad gemessen. Am Ende des Spektrums lieferte Galtür am heutigen Dienstag (30. Oktober) den absoluten Tiefstwert der gemessenen Temperaturen im Oktober mit minus 14 Grad Celsius.

Neben diesen Temperatur-Extremwerten zeigte sich der Oktober auch in Punkto Niederschlag als ungewöhnlich. In Tirol fielen rund 50 Prozent mehr Regen und Schnee, als im langjährigen Mittel.

190 Stunden Sonnenschein am Patscherkofel

Weniger ungewöhnlich: In ganz Österreich flächendeckend Schnee. Das gab es heuer und zuletzt im Jahr 2003. Auch die Höhe der Schneedecke mit zwei Zentimetern in Wien und 22 Zentimeter in Krimml (Salzburg) ist nicht rekordverdächtig. In den hochalpinen Tälern Tirols fielen aber äußerst anständige 30 bis 60 Zentimeter Schnee.

Zurück zur Sonnenseite des Lebens: Von dieser bekamen Wanderer im Oktober am Patscherkofel besonders viel ab. Insgesamt wurden am Gipfel 190 ungetrübte Sonnenstunden gezählt – der Spitzenwert aller Messwerte in Österreich.

Abseits der Extreme und im langjährigen Vergleich schien die Sonne in Tirol um einen Prozent weniger als im Durchschnitt zu erwarten ist. Insgesamt betrug die Temperaturabweichung nur plus 0,6 Grad Celsius.

Der Oktober war damit zwar in mancherlei Hinsicht ein Monat der Extreme, allerdings im Vergleich mit historischen Daten mit Ausnahme der Niederschlagsmengen wenig auffällig. (tt.com)


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