Hörimplantat am Hirnstamm erstmals in Österreich eingesetzt

Der Hörnerv des Patienten war durch einen Tumor beidseits zerstört. Das Hirnstammimplantat kann einige Wochen nach dem operativen Eingriff erstmals aktiviert werden.

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© MEV-Verlag

Wien - An der MedUni Wien ist erstmals ein Hörimplantat am Hirnstamm eingesetzt worden. Die Operation an dem 23-jährigen Patienten wurde interdisziplinär von Engelbert Knosp, Leiter der Universitätsklinik für Neurochirurgie, und Wolfgang Gstöttner, Leiter der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, durchgeführt, berichtete das AKH am Dienstag.

Völlig taube Menschen können mit Cochlea-Implantaten versorgt werden, solange der Hörnerv funktioniert und die Taubheit durch Funktionsverlust des Innenohres bedingt ist. Nun war es erstmals notwendig, bei einem Patienten, bei dem auch der Hörnerv durch einen Tumor beidseits zerstört war, ein Implantat an den Hörnervenkern zu verpflanzen.

Die stimulierende Elektrode wird dabei an die Oberfläche des Hirnstammes, direkt an den Hörnervenkern platziert. Intraoperativ wird dabei ein Stimulationstest durchgeführt, um die Lokalisation der Hirnstammelektrode zu optimieren. Die Operation verlief komplikationslos, der 23-Jährige konnte nach einer Woche bereits die Klinik verlassen.

Das Hirnstammimplantat kann einige Wochen nach dem operativen Eingriff erstmals aktiviert werden. Da dabei eine elektrische Stimulation direkt am Hirnstamm durchgeführt wird, wurde diese sogenannte Erstanpassung auf einer Intensivstation nun in Anwesenheit eines Anästhesisten vorgenommen. (APA)


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