Land nimmt Altenheim ins Visier

Gemeindeaufsicht wird den durch einen Großbetrug erschütterten Altenheimverband Südöstliches Mittelgebirge 2013 prüfen.

Innsbruck –700.000 Euro hat der ehemalige Buchhalter des Altenheims St. Martin in Aldrans von 2009 bis 2012 veruntreut. Im September flog der Großbetrug auf, derzeit befasst sich eine vom Altenheimverband eingesetzte Expertengruppe mit den Vorgängen. Schließlich fiel die Veruntreuung weder dem Geschäftsführer noch dem Überprüfungsausschuss auf. Erschwerend kommt hinzu, dass der Buchhalter eine kriminelle Vergangenheit aufweist. Denn 2007 wurde der ehemalige Vermögensberater Christoph Zoller wegen schweren Betrugs zu einer sechseinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt.

Bis Ende November soll der Prüfbericht der Expertenkommission vorliegen, Konsequenzen werden erwartet. Der Fall „St. Martin“ beschäftigt indessen auch das Land Tirol. Auf Anfrage von FPÖ-Klubchef Gerald Hauser erklärte Gemeindereferent LR Johannes Tratter, dass die Prüfung des Gemeindeverbandes Wohn- und Pflegeheim Südöstliches Mittelgebirge durch die Gemeindeaufsicht im Prüfplan für das Jahr 2013 vorgesehen sei. „Diese Prüfung wird nach Vorliegen der kriminalpolizeilichen Ergebnisse mit dem Fokus erfolgen, Erkenntnisse für die Optimierung der Prüftätigkeit durch die gemeindeverbandseigenen Organe zu gewinnen und allfällige systembedingte Schwachstellen auszumerzen.“

Abgelehnt wird hingegen eine bessere Kontrolle der Gemeindeverbände. Ein Antrag von LA Christine Baur (Grüne) erhielt im Rechts- und Gemeindeausschuss des Landtags keine Mehrheit. „Bürgermeister sollen sich künftig nicht mehr selbst kontrollieren“, fordert Baur. Ähnlich wie bei den Tourismusverbänden sollten dies Wirtschaftsprüfer übernehmen. (pn)

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