Euro-Länder uneins über Hilfe für Griechenland

In der Debatte um zusätzliche Hilfen für das hoch verschuldete Griechenland sind die Euro-Länder uneins. EU-Diplomaten dämpften am Dienstag die Erwartungen auf schnelle Entscheidungen. Die Telefonkonferenz der Euro-Finanzminister am Mittwoch werde „eine reine Informationsveranstaltung“, sagte ein Diplomat in Brüssel.

Man werde über alle Optionen diskutieren, wie Athen zusätzliche Unterstützung erhalten kann. Zu den Optionen zählen ein teilweiser Schuldenerlass, Anleihenkäufe und neue Kredite aus dem Euro-Rettungsfonds ESM. Alle Punkte seien umstritten, ein Beschluss noch in weiter Ferne, hieß es.

Deutschland lehnt einen Schuldenerlass strikt ab. Auch Österreichs Bundeskanzler Faymann spricht sich gegen einen neuerlichen Schuldenschnitt für das Euro-Sorgenkind aus. „Nicht der Schuldenschnitt, sondern die Zeitschiene“ - also eine längere Frist für die Sparziele - seien aus seiner Sicht am realistischsten, erklärte Faymann am Dienstag nach dem Ministerrat.

Die Euro-Finanzminister haben bereits für die kommende Woche ein weiteres Treffen ins Auge gefasst, den 8. November. Offiziell bestätigt ist der Termin noch nicht, die Entscheidung werde Anfang nächster Woche fallen, sagten Diplomaten. Dann könnte die Eurogruppe Entscheidungen für das nächste reguläre Treffen am 12. November vorbereiten.

Griechenland wartet seit Monaten auf die Freigabe der nächsten Kredittranche von 31,5 Mrd. Euro. Sonst wäre das Land noch im November pleite. Allerdings gibt es keine Zweifel, dass das Geld fließen wird, denn die Staats- und Regierungschefs haben versichert, Griechenland im Euro halten zu wollen. Athen hat jedoch immer noch nicht die dafür nötigen Verpflichtungen erfüllt. Die Verhandlungen gestalten sich äußerst schwierig.


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