Schmitter sperrt zu, 63 Jobs weg

Die deutsche Schmitter-Gruppe schließt nach Millionenverlusten ihrer Tochter in Tirol das Werk in Mutters mit Jahresende.

Von Max Strozzi

Mutters –Der Zwangsausgleich des Autozulieferers Pittl im Jahr 2005 zählte zu den spektakulärsten Tiroler Pleiten, 2006 übernahm die deutsche Schmitter Gruppe das Unternehmen sowie 120 der ursprünglich 270 Mitarbeiter am Standort Mutters. Jetzt ist auch für die Schmitter Group Austria das Ende besiegelt.

Mit Jahresende sperrt der Autozulieferer im Gewerbepark Mutters die Pforten zu, wie aus der jüngst veröffentlichten Vorjahresbilanz ersichtlich ist. Aufgrund der angehäuften Verluste wurde demnach die vom Vorstand der Schmitter Group beschlossene Schließung der Gesellschaft (SchmitterAustria, Anm.) zum 31. 12. 2012 umge-setzt und mit Maßnahmen zur Schließung begonnen.

Geschäftsführer Alexander Wolfgang Lenert bestätigt die Pläne. „Ja, es ist richtig. Das Werk in Mutters wird mit Jahresende geschlossen“, so Lenert zur TT: „Die Produktion wird in andere Standorte verlagert: nach Deutschland, China und in die Türkei.“ 63 Mitarbeiter sind laut Lenert in Mutters betroffen, vier Beschäftigte sollen nach Deutschland wechseln. Bereits in den vergangenen Jahren wurden kräftig Jobs abgebaut. 2010 waren in Mutters 112 Mitarbeiter beschäftigt, 2011 noch 90. Mit den Mitarbeitern sei laut Lenert „eine Regelung getroffen“ worden. Details gab der Geschäftsführer nicht preis.

Grund für die Schließung sind laut Lenert die hohen Verluste. „Es gab kein einziges positives Geschäftsjahr“, so Lenert. 2010 schrieb SchmitterAustria laut Bilanz 2 Mio. Euro Verlust. 2011 kam ein weiterer Verlust von 4,2 Mio. Euro dazu. Bei einem negativen Eigenkapital von 3,4 Mio. Euro musste die deutsche Mutter mit einer Patronatserklärung eine Pleite der Tiroler Tochter abwenden.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Kommentieren