Dreierlandtag soll Zähne bekommen

Als zahnloser Tiger wird der Dreierlandtag oft bezeichnet. Eine Neuausrichtung soll Abhilfe schaffen.

Von Anita Heubacher

Bozen –Alle zwei Jahre wird der Dreierlandtag einberufen. Die Landtagsabgeordneten aus Tirol, Südtirol und dem Trentino tauschen sich aus. Die Beschlüsse des Dreierlandtages harren dennoch oft der Umsetzung. Das Gremium wird deshalb auch als zahnloser Tiger bezeichnet.

Das soll sich nun ändern. Darauf einigten sich gestern die Klubobleute aller Fraktionen und die Landtagspräsidenten bei einem informellen Treffen in Bozen. Die drei Länder wollen Schwerpunkte setzen. Nahverkehr, Transit, Forschung könnten solche sein. „Drei Länder haben gegenüber der EU mehr Gewicht“, erklärt Landtagspräsident Herwig van Staa. Er hat derzeit den Vorsitz des Dreierlandtages inne.

Man werde ein Auge darauf haben, dass die Beschlüsse des Dreierlandtages auch umgesetzt würden. Dazu wird der Europäische Verbund für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) als Exekutivorgan eingezogen (siehe Kasten).

Neben der Neuausrichtung des Dreierlandtages diskutierte man auch über die Makroregion Alpen. Diese gilt es zu bilden und soll die Position der Alpenregionen gegenüber der EU stärken. Außerdem könnten auf diesem Wege Fördergelder lukriert werden. Allerdings umfasst die Makroregion Alpen auch die großen Metropolen im Alpenraum. Die Berge könnten also durch Mailand, München & Co. ins Abseits gedrängt werden. „Es gilt das Anwendungsgebiet der Alpenkonvention“, erklärt van Staa. Damit wäre gewährleistet, dass die Alpen in den Vordergrund rücken. Die Metropolen hätten beratenden Charakter, meint van Staa. Die Alpenkonvention müsse in der Alpenstrategie der Makroregion aufgehen, aber erhalten bleiben.

Transitforum-Chef LA Fritz Gurgiser traut dem nicht. An den Alpen werde seit Jahrzehnten Raubbau betrieben zu Lasten der Bevölkerung.


Kommentieren