AUA bis September erstmals wieder schwarz - Gesamtjahr mit Verlust

Die Sommermonate brachten einen Betriebsgewinn. Der „echte Turnaround“ ist vom Vorstand weiter für 2013 angepeilt.

Wien - Die üblicherweise stärkeren Sommermonate und erste Früchte des harten Sparprogramms haben der AUA (Austrian Airlines) für die ersten neun Monate 2012 die ersten schwarzen Zahlen seit fünf Jahren gebracht. Im Gesamtjahr 2012 wird allerdings weiter ein Betriebsverlust erwartet.

Wie die österreichische Lufthansa-Tochter am Mittwoch mitteilte, lag im 3. Quartal das bereinigte operative Ergebnis mit 61,1 Mio. Euro fast doppelt so hoch wie im 3. Quartal des Vorjahres (31,6 Mio. Euro). Grund dafür waren nach AUA-Angaben volle Flieger über den Sommer und die Kostenbremsen.

Auch von Jänner bis September blieb bereinigt ein kleiner operativer Gewinn von 5,9 Mio. Euro über, nach einem Betriebsverlust von 31,5 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Im ersten Halbjahr hat die AUA dank eines bilanziellen Sondereffekts in dreistelliger Millionenhöhe (Umstellung im Pensionssystem nach dem Betriebsübergang von Austrian auf Tyrolean) schon schwarz bilanziert. Unter Einbeziehung dieser Sondereffekte (also unbereinigt) lag der Betriebsgewinn nach neun Monaten bei 73 Mio. Euro. Mitsamt dieser Sondereffekte wird die AUA deshalb auch im Gesamtjahr 2012 operativ positiv sein, unter Abzug der Sondereffekte noch nicht.

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Der „echte Turnaround“ ist vom Vorstand weiter für 2013 angepeilt. Den Umsatz hat die AUA in den ersten Monaten um 6,4 Prozent auf 1,648 Mrd. Euro angehoben. Die Passagierzahlen legten bis dahin nur um 2,1 Prozent zu.

Lufthansa: Mehr Betriebsgewinn im 3. Quartal

Die Lufthansa hat wegen guter Geschäfte ihrer Service-Töchter wie Lufthansa Technik und der Catering-Sparte LSG Sky Chefs deutlich mehr Geld verdient. Der operative Gewinn nahm im Zeitraum von Juli bis Ende September um 6,2 Prozent auf 648 Mio. Euro zu, wie der Dax-Konzern am Mittwoch mitteilte. Das ist weit mehr als die von Analysten erwarteten 522 Millionen Euro. Der Umsatz zog um 6,2 Prozent auf 8,3 Mrd. Euro an.

Das Unternehmen - Konzernmutter der österreichischen AUA (Austrian Airlines) - strebt im Gesamtjahr weiterhin einen operativen Gewinn im mittleren dreistelligen Millionen-Bereich an. Das wäre ein Rückgang verglichen mit den 820 Millionen Euro im Jahr 2011. Die Kosten für das laufende große Sparprogramm sind darin noch nicht enthalten. Diese beliefen sich auf höchstens 100 Millionen Euro. Gleichzeitig kündigte der Konzern an, sein Sparprogramm zu verschärfen. Details will die Lufthansa erst Ende des Jahres nennen.

„Austrian Airlines ist in einem schwierigen Restrukturierungsprozess auf einem guten Weg“, erklärte Lufthansa-Vorstandschef Christoph Franz in einer Mitteilung Mittwochfrüh.

Dank künftig geringerer Pensionsverpflichtungen nach dem sommerlichen Betriebsübergang auf die günstigere Tyrolean sind bei der AUA heuer massive bilanzverbessernde Einmaleffekte angefallen. Diese Effekte drehten das operative Neunmonatsergebnis 2012 um ganze 107 Millionen von einem vorjährigen Betriebsverlust auf 73 Mio. Euro Betriebsgewinn.

Lufthansa, Swiss und AUA zusammen 345 Mio. Euro Gewinn

Die schweizerische Lufthansa-Tochter Swiss wies bis September einen Gewinn von 163 Mio. Euro aus, das war ein Drittel weniger als im Vorjahr.

Insgesamt haben im Passagiergeschäft die Fluggesellschaften Lufthansa, Swiss und AUA in den ersten neun Monaten zusammen 345 Mio. Euro operativen Gewinn ausgewiesen. Das war ein Minus von 2,5 Prozent. Neben den Restrukturierungseffekten bei der AUA half hier auch der Verkauf der im Vorjahr noch verlustbringenden bmi.

Insgesamt hat die Lufthansa Gruppe bis September 628 Mio. Euro Betriebsgewinn gemeldet, 96 Millionen weniger als vor einem Jahr. Das lag unter anderem am teuren Sprit.

Die Lufthansa verschärft gerade ihr gruppenweites Sparprogramm. „Wir haben nicht die Ertragskraft, die wir brauchen“, begründete Franz die neuen Einschnitte. (APA/dpa/Reuters)


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