„Wollen Euphorie mitnehmen“

Nach dem dritten Sieg in Serie in der Ära Kirchler blickt Wacker zuversichtlich dem Kellerderby in Wiener Neustadt entgegen.

Von Alex Gruber

Innsbruck –Die Mysterien des Fußballs scheinen zur Stunde auch beim FC Wacker zu greifen: Zuerst geht unter dem alten Trainer (fast) nichts, dann unter dem neuen auf einmal (fast) alles. Nach dem glücklichen 1:0-Heimsieg über Ried und dem kämpferisch verdienten 2:1-Auswärtserfolg in der Bundesliga bei Mattersburg offenbarte der FC Wacker beim Cup-Achtelfinaltriumph über Sturm auch wieder spielerisches Potenzial. Dabei hatte Neo-Coach Roli Kirchler in allen Formationen nach Noten variiert.

„Es war auch spielerisch kontrolliert und gut. Und die Ersatzspieler haben gegriffen. Man muss ihnen nur das Vertrauen geben“, brachte Kirchler seine Erklärung auf einen einfachen Nenner.

Sein Vertrauen beruht auf dem Faktor Kommunikation: Noch in der Mittagspause hatte sich der Coach den „Perstl“ (Julius Perstaller) geschnappt, um ihn von seinem eigenen Potenzial zu überzeugen. Der herrliche Weitschuss-Treffer zum 1:1 war die dankbare­ Antwort. Nach einem Bändereinriss im Sprunggelenk kann der Wacker-Angreifer am Freitag aber nicht in den Bus nach Wiener Neustadt steigen. Da hilft selbst der Erfolg als Schmerzlinderung nicht.

„Fußball ist eben Kopfsache. Es kommt ein neuer Wind und dann geht plötzlich alles“, strahlt auch Abwehrchef Martin Svejnoha wieder. Auf einmal hatte in Graz auf der rechten Außenbahn ja sogar Offensivspieler Christoph Saurer neben ihm grundsolide verteidigt. „Wir müssen trotzdem am Boden bleiben und dürfen nicht fliegen anfangen. Zuerst kommt immer noch die Arbeit, dann der Fußball“, führt Svejnoha aus. Wenn diese Reihenfolge stimmt, müsse man niemanden fürchten. Worte, die genauso gut von Coach Roli Kirchler stammen könnten. „Wenn wir unsere Leistung auf den Platz bringen, passt’s. Ich bin mir aber dessen bewusst, dass wieder schlechtere Phasen kommen. Jetzt wollen wir die Euphorie aber einmal mitnehmen“, blickt er dem Kellerderby bei Wiener Neustadt entgegen.

„Es wird wieder Fußball gespielt, das Match bei Sturm hat auch Spaß gemacht. Jeder von uns weiß aber, was jetzt für ein wichtiges Spiel kommt“, unterstreicht Routinier Marcel Schreter die Bedeutung der nahenden Sechs-Punkte-Partie.

Den heutigen Nachmittag hält Trainer Kirchler für die Grabgänger trainingsfrei, am Freitag erfolgt die Abreise. Youngster Sascha Wörgetter (Adduktoren) muss wohl pausieren, die Sturm-Partie eröffnete dem Trainer aber jede Menge Optionen: Auf einmal ist es sogar unberechenbar, wer in Wackers Startelf steht. Mysteriös!


Kommentieren