Auf virtuellem Friedhof seiner Lieben gedenken

Von Alexandra Plank...

Von Alexandra Plank

Innsbruck –Bestattung ist kein „todsicheres“ Geschäft mehr. Mit QR-Codes auf Grabsteinen und Jenseits-WGs werden neue Wege beschritten. Jörg Bauer, Projektleiter der Trauerplattform Aspetos (www.aspetos.at), wird am 2. November medienwirksam einen QR-Code am Grabstein seiner Mutter anbringen lassen. Damit sichert er der Verstorbenen ein digitales Leben nach dem Tod. In Deutschland haben einige Bildhauer mit QR-Codes auf Grabsteinen einen wahren Boom ausgelöst und die Tore zu einem virtuellen Gedächtnisraum weit aufgestoßen.

QR, das steht kurz für „Quick Response“, die schwarz-weißen Quadrate, die beliebig erscheinen, werden mit Smartphone oder Tablet gescannt, um ihr digitales Leben zu entfalten: Websites, Fotos, Audiofiles oder Videos erscheinen am Display. Bislang wurde diese Möglichkeit, Links zu hinterlegen, vor allem zu Werbezwecken genutzt. Künftig wird das Anbringen von QR-Codes an Grabsteinen auch in Tirol möglich sein. Ein Bildhauer, der die Gravuren anbringen wird, ist schon gefunden. Aspetos stellt seit Oktober für sämtliche Trauerprofile kostenfrei QR-Codes zur Verfügung. Die auf der Trauerplattform hinterlegten Bilder, der Nachruf oder die Grabrede können dann direkt am Grab abgerufen werden. „Die Zeiten, in denen man am Friedhof nur den Namen und das Sterbedatum erfuhr, gehören dann der Vergangenheit an“, sagt Bauer. Kritik betreffend Datensicherheit kontert der IT-Spezialist so: „Ein QR-Code kann nicht sicher oder unsicher sein, wichtig ist die Plattform, die dahintersteht.“ Trauerprofile können nur von Angehörigen verwaltet werden. Angehörige können diese Inhalte für einzelne Personen freischalten oder für jedermann zugänglich machen. „Es ist logisch, das Internet als Plattform zu nutzen“, so Bauer abschließend. Es gibt aber auch Kritiker wie Anton Klocker, Landesinnungsmeister der Bestatter, wobei dieser betont, dass es sich um seine Privatmeinung handelt. „Gewisse Aspekte sollten privat bleiben. Das Schlimmste wäre, wenn eine Mutter ihren Sohn verliert und dann ein Saufgelage im Trauerportal veröffentlicht würde“, so Klocker.


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