Liste Fritz betoniert gemeinnützige Bauträger

Soziales Wohnen müsse gerechter werden, fordert die Liste Fritz und greift die Gemeinnützigen an. Diese wehren sich.

Von Anita Heubacher

Innsbruck –Um 30 Prozent könnte das Wohnen in Tirol billiger sein. Diese Rechnung stellte gestern erneut die Liste Fritz bei einer Pressekonferenz auf. Man könne bei den Baukosten sparen und die gemeinnützigen Wohnbauträger müssten ihre Überschüsse vermehrt an die Mieter zurückfließen lassen, erklärte Listenchef Fritz Dinkhauser.

„Die Gemeinnützigen haben die Gewinnmaximierung im Auge. Das kann es nicht sein“, wetterte Dinkhauser. Zudem würden die Mieten in den Sozialwohnungen sprunghaft ansteigen. Mieterin S. sei 1997 in eine Zwei-Zimmer-Wohnung in Innsbruck gezogen und habe 227 Euro Miete bezahlt, derzeit müsse sie 452 Euro berappen. Im Jänner würden es dann 500 Euro sein.

Das Beispiel ist dem Chef der Neuen Heimat, Klaus Lugger, bestens bekannt. „Das liegt an den Sprüngen in der Wohnbauförderung. Die Miete wird nicht von uns erhöht.“ Vielmehr sei man bereits bei der Landespolitik vorstellig geworden, um eine Änderung bei den Wohnbauförderungsrichtlinien zu erzielen.

Auch dass die Neue Heimat Überschüsse erwirtschafte, treibt dem Geschäftsführer nicht die Schamesröte ins Gesicht. Pro Jahr würden rund acht Millionen Euro erwirtschaftet. Allein für den Bau des neuen Olympischen Dorfes habe die Neue Heimat 14 Millionen Euro investiert. Diese Eigenmittel würden die Abhängigkeit von teuren Bankkrediten schmälern. „Der Gewinn fließt an die Mieter zurück.“

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Genau das bezweifelt Dinkhauser. So seien Wohnungen bereits abbezahlt und dennoch zahle der Mieter voll weiter. „Soll jemand, der 300 Euro für eine 50-m2-Wohnung bezahlt, noch weniger bezahlen?“, hält Lugger entgegen.

Dinkhauser ärgern auch die Gagen für die Geschäftsführer, sowohl die bei der Neuen Heimat als auch die bei der Tigewosi. Dinkhauser verweist auf einen Bundesrechnungshofbericht aus dem letzten Jahr. Die Gehälter eines bereits pensionierten Geschäftsführers seien unangemessen hoch, die Tigewosi habe aus der Hausverwaltung Überschüsse erwirtschaftet, befand der Rechnungshof. Tigewosi-Chef Franz Mariacher erklärt, dass 2,7 Mio. Euro aus diesen Überschüssen zur Mietsenkung verwendet worden seien.


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