Stars und Zeitungen geben ihre Stimme ab - Präsident Obama voran

Amtsinhaber Barack Obama liegt bei den Wahlempfehlungen der Hollywoodstars klar voran. Zehn Zeitungen wechseln aber von Demokraten zu den Republikanern.

Washington/Wien - Kurz vor US-Präsidentschaftswahlen geben traditionell amerikanische Schauspieler, Sänger und Zeitungen ihre jeweiligen Wahlempfehlungen ab. Welche Auswirkungen diese Unterstützungserklärungen tatsächlich haben ist umstritten. Klar ist hingegen, dass Präsident Barack Obama zumindest diese Entscheidung eindeutig für sich entscheiden konnte.

Schon der bisherige Wahlkampf zeichnete das Bild eines zerrissenen Amerika, in dem sich Republikaner und Demokraten teils unversöhnlich gegenüberstehen. Bei den Wahlempfehlungen geht diese ideologische Polarisierung sogar durch Familien.

Während etwa Angelina Jolie, gemeinsam mit Ehemann Brad Pitt, als energische Obama-Befürworterin auftritt, gibt sich ihr Vater Jon Voight als überzeugter Republikaner. Ähnliches gilt für die Schauspielerfamilie Baldwin. Auf demokratischer Seite tritt der Star der TV-Comedy-Show „30 Rock“, Alec Baldwin, an. Sein Bruder Stephen hingegen zeigte sich am Rande des republikanischen Parteitages als deklarierter Romney-Fan.

Auch Tom Hanks unterstützt offen Obama. Bereits im März gab der Oscar-Gewinner den Erzähler in dem 17-minüten pro-Obama Film „The Road We‘ve Traveled“, der für sein heroisches Bild des Präsidenten kritisiert wurde.

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Schauspieler und Regisseur Ben Affleck zählt ebenfalls zum Obama-Lager. Zwar habe er heute, verglichen mit der Wahl 2008, “gemischte Gefühle”, so Affleck. Dennoch sei Obama die richtige Wahl. Auch deshalb weil Romney es nicht schaffte “wie ein echter Mensch” zu wirken. “Romney tat sich einfach schwer damit, so daherzukommen wie jemand, den man im Gemüseladen treffen könnte. Ich glaube wirklich, dass ihm das die Präsidentschaft gekostet hat”, so Affleck bei einer Werbetour zu seinem Film “Argo”.

Madonna hingegen sorgte mit ihrer fragwürdigen Obama-Empfehlung für Wirbel. Bei einem Konzert in Washington, D.C. meinte sie in Richtung ihrer Fans. „Ihr wählt verdammt noch einmal Obama, ok? Was auch immer kommt, gut? Wir haben einen Black Muslim im Weißen Haus.“ Die Liste der Obama-Befürworter aus Film- und Showbusiness ließe sich durch Stars wie George Clooney, Eva Longoria, Katy Perry, Ellen de Generes oder Scarlett Johansson fortsetzen.

Zu den berühmtesten Unterstützern der Republikaner zählt wohl Schauspiellegende Clint Eastwood. Der mittlerweile 82-jährige sorgte zuletzt am republikanischen Parteitag mit einem bizarr anmutenden Dialog mit einem Sessel für Schlagzeilen. Neben Eastwood ist Chuck Norris auch bei dieser Wahl bewährter republikanischer Wahlhelfer im Einsatz. Auch Meatloaf oder der Kiss-Rocker Gene Simmons unterstützen den republikanischen Herausforderer. Gleiches gilt für Ex-Top-Model Cindy Crawford, die 2008 noch explizit Barack Obama unterstützte. Musikalische Schützenhilfe kommt von Sänger Kid Rock und Rapper 50 Cent.

Auch Zeitungen und ihre Herausgeber deklarieren sich. Laut der Website American Presidency Project liegt Obama dabei mit 34 zu 28 Empfehlungen voran. Während die beiden meistgelesenen Zeitungen der USA, das “Wall Street Journal” und “USA Today” traditionell keine Empfehlung abgeben, haben sich sowohl die “New York Times” wie auch die “Los Angeles Times” für Obama ausgesprochen. Die auflagenstärkste Zeitung, die Romney unterstützt, ist die “New York Post”.

Während nur eine Zeitung im Gegensatz zur Wahl 2008 die Demokraten unterstützt (die “San Antonio Express News”) wechselten zehn Blätter von den Demokraten zu den Republikanern. (APA)


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