Ausweichmanöver im All: ISS entkommt Weltraummüll

In der Nacht auf Donnerstag musste die Besatzung ungeplant die Flughöhe der ISS ändern. Trümmer eines Satelliten drohten der Raumstation gefährlich nahe zu kommen.

Moskau – Wegen heranrasenden Weltraumschrotts hat die Internationale Raumstation ISS ihre Flughöhe ungeplant verändern müssen. Die Crew habe in der Nacht den Düsenantrieb eines russischen Frachters aktiviert, der am Vortag am Außenposten der Menschheit festgemacht hatte, und sich in eine andere Umlaufbahn begeben, teilte das Kontrollzentrum bei Moskau am Donnerstag mit.

Damit dürften die umherrasenden Trümmer des US-Satelliten Iridium-33 keine Gefahr mehr sein, sagte ein Sprecher der Agentur Interfax zufolge. Die ISS bewegt sich derzeit in 405 bis 429 Kilometer Höhe um die Erde.

Die Raumstation muss immer wieder Trümmern aufgegebener Satelliten ausweichen - auch in diesem Jahr gab es bereits mehrere Manöver. Tausende Splitter mit einem Durchmesser von wenigen Zentimetern rasen mit Geschwindigkeiten von bis zu 28.000 Kilometern pro Stunde durch den Weltraum. Auf der ISS arbeiten derzeit drei russische Kosmonauten, zwei US-Astronauten und ein japanischer Raumfahrer.

Zwei Astronauten der ISS haben am Donnerstag einen Außeneinsatz erfolgreich absolviert. Die US-Astronautin Sunita Williams und der Japaner Akihiko Hoshide verließen um 13.29 MEZ die Raumstation, um ein Leck an der Ammoniakleitung des Kühlsystems zu beseitigen.

Das Leck, das zuvor nicht genau geortet werden konnte, hatte sich seit Juni stark vergrößert, das Kühlsystem drohte auszufallen. Die Reparatur sei erfolgreich gewesen, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit (APA/dpa)


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