Zwei Sonnyboys, die sich in aller Freundschaft treffen

Das Kellerderby zwischen Wiener Neustadt und Wacker (Samstag, 16 Uhr) wird keinen Keil zwischen Roli Kirchler und Heimo Pfeifenberger treiben.

Von Alex Gruber

Innsbruck –Die Zeiten, in denen Roli Kirchler noch als Westliga-Coach (Wattens) Heimo Pfeifenberger zu seinen ersten Erfolgserlebnissen als neuer Bundesliga-Coach bei Wiener Neustadt gratulierte­, sind nur insofern vorbei, als dass Kirchler jetzt selbst bei Wacker auf einem heißen Trainersessel in der obersten Spielklasse sitzt. Und wer hätte das zu Saisonbeginn schon ahnen können?

Zwischen den beiden Ex-ÖFB-Internationalen, die sich auch aus gemeinsamen Profi-Tagen bei Austria Salzburg kennen, entwickelte sich im Lauf der Ausbildung zur UEFA-Pro-Lizenz, die sie vor Kurzem Seite an Seite abgeschlossen haben, in den letzten zwei Jahren ein freundschaftliches Verhältnis.

„Das kommende Match wird daran nichts ändern. Außerdem haben der Heimo und ich uns ohnehin verbündet, dass wir einen dritten Klub einholen und mit unseren Teams beide in der Bundesliga bleiben“, scherzt Wacker-Coach Kirchler.

Eine Aussage, die Pfeifenberger unterschreibt: „Natürlich ist das Spiel gegen Wacker sehr wichtig. Aber nicht nur gegeneinander, sondern um auf Tuchfühlung mit den anderen Klubs zu bleiben.“ Der vermeintliche Zweikampf im Tabellenkeller soll auch andere (z. B. Mattersburg) einholen.

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Pfeifenberger, so Kirchler­, sei einer wie er, Didi Kühbauer­, Peter Schöttel oder dessen Namensvetter Stöger – einer aus der neuen Trainergeneration: „Wir gehen auf die jungen Leute zu, anders geht‘s nicht mehr.“ Eine Aussage, die Tirols­Neustadt-Kicker Dennis Mimm vor dem Treffen mit seinem Ex-Klub sofort bestätigt: „Pfeifenberger ist ein positiver, umgänglicher Typ.“ Und eben ein rhetorisch genauso gewandter Sonnyboy wie Kirchler.

„Wir haben gemeinsam in Hamburg hospitiert und haben uns besser kennen gelernt. Roli und ich sind auf einer Wellenlänge. Er ist einfach ein guter Typ und ich freu‘ mich, dass auch er in der Bundesliga­ gelandet ist und so einen guten Start hatte­“, kommen beim Salzburger Fußball-Urgestein Pfeifenberger vor dem Handshake mit dem neuen Wacker-Trainer ausnahmslos gute Gedanken hervor: „Wir gehen offen miteinander um. Ich glaube nicht, dass wir uns gegenseitig überraschen können.“

Verlieren sei im vermeintlichen Sechs-Punkte-Spiel („Es kommen noch genügend andere“) zwar nicht verboten; wer in der Liga bleiben will, müsse zuhause aber viele Punkte machen. Und in den letzten Wochen hat Wiener Neustadt (das 0:1 in Ried war die erste Niederlage nach fünf Spielen) mehrfach die These widerlegt, ein chancenloser „Fixabsteiger“ zu sein.

Am Personalsektor der Wackerianer soll sich Julius Perstaller (Bändereinriss im Sprunggelenk) heute beim Training einem Fitnesstest unterziehen. „Unnötig riskieren werden wir nichts“, sagt Kirchler. Credo: Es kommen noch genug wichtige Spiele.


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