Nödl weiß: Ohne Biss sind die Haie in Linz verloren

Die Innsbrucker Haie müssen heute auswärts drei Gegner bekämpfen: Meister Linz, einen Grippevirus und den inneren Schweinehund.

Von Alex Gruber

Innsbruck –Die gute Nachricht zur endgültigen Bestätigung vorweg: NHL-Import Andreas Nödl wird bis Ende November definitiv die Innsbrucker Haie verstärken. Eine Tatsache, die durch die nach oben zeigende Formkurve des 25-jährigen Wieners noch mehr freut. „Das ist absolut positiv“, sagt Headcoach Danny Naud – und will, wie viele andere auch, noch nicht an die Zeit nach dem Nödl-Gastspiel denken.

Bei der 5:8-Niederlage in Villach demonstrierte Nödl seinen eigenen Teamkollegen, dass er trotz seines wohl zeitlich begrenzten Österreich-Gastspiels kein Mann für halbe Sachen ist: „Beim vierten oder fünften Gegentreffer im ersten Drittel habe ich gesagt, dass unsere Vorstellung absolut lächerlich ist. Das war eine Schande, so kann man sich nicht verkaufen“, gibt der Angreifer zu und blickte in diesem Sinne auch selbstkritisch in den Spiegel: „In den letzten zwei Spielen vor der Pause (am Sonntag kommen die Vienna Capitals nach Innsbruck, Anm. d. Red.) sind wir alle aufgefordert, über 60 Minuten und zu 100 Prozent Herz und Leidenschaft zu zeigen“, spricht einer der wenigen Haie-Leader eine Einstellung an, die laut Danny Naud ohnehin in jedem Crack verankert sein sollte. Die leichten und vermeidbaren Gegentreffer, oftmals auch als Folgeerscheinung unnötiger Strafzeiten, schleppt der Aufsteiger seit Saisonbeginn ja wie eine leidige Seuche mit sich herum.

Von der Seuche zum Virus: Da hat sich die Grippe bei den Haien eingenistet und auch wieder einmal Nödl, der heute spielen will, heimgesucht: „Wir haben uns gegenseitig angesteckt.“ Francis Lemieux, Mike Bartlett und Christoph Hörtnagl sind weitere Patienten, zudem sind die Verteidiger Craig Switzer (Rückenprobleme) und Flo Pedevilla (erwartet sehnsüchtig die Geburt seiner Tochter Sophia) fraglich. „Ich werde ja sehen, wer heute in den Bus steigt“, beweist Naud vor dem Gastspiel bei Meister Linz Galgenhumor. Der Kampf gegen den inneren Schweinehund sollte ungeachtet der personellen Besetzung eine Frage der Ehre sein. „Ich bleibe dabei: Wenn wir konzentriert sind und uns den Arsch aufreißen, können wir gegen jedes Team in der Liga punkten“, wiederholt Nödl jene Ansicht, die das gesamte Team eint. Vielleicht mit dem Zusatz „im Vollbesitz der eigenen Kräfte“.

Die Leistung steht für den Übersee-Legionär („Ich hoffe, dass es bis Mitte Dezember in der NHL doch noch losgeht“) weiterhin über dem einzelnen Resultat: „Ich verliere lieber 0:5 und weiß, dass ich alles gegeben habe, als 3:4 im Wissen, einen Sch... abgeliefert zu haben.“ Das erste Duell macht Mut: Da verloren starke Haie in Linz erst im Penaltyschießen.


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