Obama im Aufwind – Unterstützung von New Yorks Bürgermeister

Bürgermeister Mike Bloomberg unterstützt nach dem Hurrikan „Sandy“ offiziell Barack Obama, da dieser konsequenter gegen den Klimawandel vorgehe.

New York/Washington – Wenige Tage vor der US-Präsidentenwahl erhält Amtsinhaber Barack Obama Schützenhilfe von New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg. Der frühere Republikaner, der mittlerweile keiner Partei mehr angehört, sprach sich am Donnerstag unter dem Eindruck der Wirbelsturmkatastrophe für eine Wiederwahl Obamas aus.

Klimapolitik

Grund sei die Klimapolitik, für die der Präsident eintrete. „Unser Klima wandelt sich“, schrieb der Bürgermeister in einem Meinungsartikel für den von ihm gegründeten Finanznachrichtenanbieter Bloomberg.

Extreme Wetterlagen könnten die Folge sein. Daher müsse sofort gehandelt werden. Er verwies dabei auf die massiven Schäden, die der Sturm „Sandy“ entlang der US-Ostküste angerichtet hatte.

Obama habe wichtige Schritte in diese Richtung unternommen, während sein Herausforderer Mitt Romney von früheren Positionen zur Bekämpfung des Klimawandels abgerückt sei, stellte Bloomberg fest. Auch bei anderen Themen habe Romney seine Haltung geändert.

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Doch auch an Obama äußerte Bloomberg deutliche Kritik. Während seiner Präsidentschaft habe Obama sich nicht genügend um eine Koalition der Mitte bemüht, bemängelte er.

Damit sei jede Hoffnung auf echten Fortschritt beim Problem illegaler Waffen, Einwanderung, einer Steuerreform, der Schaffung von Arbeitsplätzen oder der Reduzierung des Haushaltsdefizits zum Scheitern verurteilt gewesen. Im Grunde seien die vergangenen vier Jahre enttäuschend gewesen.

88 Todesopfer

Obama bedankte sich dennoch für die Wahlempfehlung - sind doch nach wie vor zahlreiche Amerikaner unentschieden, wem sie am Dienstag ihre Stimme geben wollen. Umfragen zufolge liegen Obama und Romney nahezu gleichauf.

Die Zahl der Opfer von „Sandy“ ist am Donnerstag das zweite Mal innerhalb weniger Stunden nach oben korrigiert worden. Der Nachrichtensender CNN meldete, dass die Behörden nun von 88 Toten ausgingen.

Allein fast die Hälfte, 38 Opfer, seien in der Stadt New York registriert worden. Noch in der Früh war die Totenzahl für die Ostküste der USA mit etwa 50 angegeben worden. 67 Menschen hatte der Sturm schon zuvor in der Karibik in den Tod gerissen.

Unter den Opfern sind viele Menschen, die bisher als vermisst galten. Darunter sind auch zwei kleine Buben. Die Mutter hatte mit den zwei und vier Jahre alten Kindern im Auto zu fliehen versucht, war aber im Wagen von den Wassermassen überrascht worden.

US-Armee hilft mit

Als sie flüchtete, riss eine Welle ihr die beiden kleinen Kinder aus den Armen. Ihre Leichen wurden nach Angaben des Senders NBC am Donnerstag im Schlamm gefunden.

Unterdessen hat das US-Militär Material zur Reparatur des Stromnetzes nach New York geflogen. Transportflugzeuge der Armee brachten am Donnerstag nach Behördenangaben Dutzende schwerer Reparatur-Lastwagen und ein ziviles Spezialistenteam von Kalifornien auf einen Stützpunkt in der Nähe der Ostküstenmetropole.

Das US Transportation Command, das normalerweise für Truppentransporte und die Versorgung von Kampftruppen zuständig ist, schickte derweil 55 Lastwagen mit 1,5 Millionen Mahlzeiten nach New York. 1,3 Millionen zusätzliche Mahlzeiten stünden für den Bedarfsfall bereit, hieß es.

Bereits am Mittwoch hatte die Kriegsmarine drei Amphibienschiffe an die Küste von New Jersey beordert, um den örtlichen Behörden für Hilfseinsätze zur Verfügung zu stehen. (APA/dpa/sda/tt.com)


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