Grenzen ausloten und neue Erfahrungen sammeln

Drei Kletterer aus dem Bezirk stellten sich sechs Wochen lang der Herausforderung in den pakistanischen Bergen.

St. Johann i. T. –Sie gehören zu den „Jungen Wilden“ der Kletterszene und haben jetzt einmal mehr bewiesen, dass sie zur Alpinelite des Landes Tirol gehören. Nach einer sechswöchigen Expedition zu den „Trango Towers“ im pakistanischen Karakorum-Gebirge kehrten der 27-jährige Guido Unterwurzacher aus Going, der 28-jährige Christian Hechenberger aus Oberndorf und der 25-jährige Simon Berger aus Fieberbrunn nach zahlreichen Gipfelsiegen gesund wieder nach Hause zurück. Gemeinsam mit vier weiteren Österreichern haben die Mitglieder des Alpenvereins St. Johann, Sektion Wilder Kaiser die alpine Herausforderung angenommen. Der Grundstein für das erfolgreiche Abenteuer ist im St. Johanner Alpinheim beim Klettertraining geschaffen worden.

Vor allem für ihre eindrucksvollen Granittürme ist die Trango-Gruppe im Karakorum bekannt. Nach ihrer Ankunft in Islamabad ging es für die Kletterer vorerst per Bus zwei Tage lang über den berüchtigten Karakorum-Highway. „Es ist schon ein beängstigendes Gefühl, wenn man vom Bus aus den teils mehrere hundert Meter tiefer verlaufenden Indus-Fluss sieht. Und das bei einigen wenigen Zentimetern Abstand zwischen Reifen und Abgrund“, schilderte Christian Hechenberger. Die letzte Etappe der Reise legte die Gruppe im Jeep zurück – auch hier auf Gedeih und Verderb den Fahrern ausgeliefert. Einige Passagen der unwegsamen Piste, können die Alpinisten inzwischen schmunzeln, waren nur dank ihrer Muskelkraft zu bewältigen. Vom kleinen Balti-Dorf Askole aus ging es schließlich zu Fuß weiter. Das schwere Ausrüstungs-Equipment wurde auf Träger aufgeteilt. Nach einem dreitägigen Marsch war das auf 4000 Meter liegende Trango-Basislager inmitten von imposanten Bergen erreicht. Damit war jedoch erst die erste Etappe geschafft. Eines war den Tirolern rasch klar – ohne Akklimatisation geht einfach nichts in den über 6000 Meter hohen Bergen. „Für das leibliche Wohl sorgten unsere treuen Begleiter Shakoor, Ibrahim und Eschas“, erzählen die Kletterer. Anfangs schleppten die Österreicher nur Material rauf und runter und passten sich an die Höhe an.

Kämpften die Teilnehmer in Islamabad noch mit der Hitze, war das Wetter im Karakorum recht durchwachsen. „Wir konnten diese Zeit trotzdem nutzen. Es gelangen uns einige Erstbegehungen und Wiederholungen von Routen in der Nähe des Basislagers“, schildert Unterwurzacher. Dann wurde das Wetter schön und das Expeditionsteam erkletterte einige imposante Berge. Unter anderem den Great Trango Tower (6287 Meter), den Trango II (6327 Meter) und den berühmten Nameless Tower (6251 Meter) über die Route „Eternal Flame“.

Nach sechs Wochen kamen die Alpinisten nach Hause. „Mit einem Lächeln im Gesicht und um ein unvergessliches Abenteuer in den Bergen des Karakorums reicher“, wie das Tiroler Trio betont. (TT)

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