Kinder: Kritik an Betreuung

Von Brigitte Warenski...

Von Brigitte Warenski

Innsbruck –Die Betreuungssituation in den Kindergärten habe sich mit dem neuen Kinderbetreuungsgesetz „massiv verschlechtert“, kritisiert eine Initiative betroffener Eltern des Kindergartens Lönsstraße in Innsbruck in einem Schreiben an Stadtrat Ernst Pechlaner und Landesrätin Beate Palfrader.

Zwar hat das Gesetz die Verkleinerung der Gruppengrößen von 25 auf 20 Kinder gebracht, die Zahl der Betreuer wurde aber gleichzeitig reduziert. Statt einer ausgebildeten Fachkraft und einer Assistenzkraft für jede Gruppe sieht das Gesetz nur noch eine Fachkraft und eine halbe Assistenzkraft (sie pendelt zwischen Gruppen) vor. „Das Gesetz sollte eigentlich eine deutliche qualitative Verbesserung für die Arbeit der hochmotivierten Pädagogen bringen und eine Weichenstellung für hochwertige Kinderbetreuung sein. Stattdessen muss jetzt bei uns eine Kindergärtnerin die halbe Woche allein in der Gruppe arbeiten“, so die Initiative. Pechlaner (SP) bezeichnet gegenüber der Tiroler Tageszeitung das Gesetz zwar grundsätzlich als gut, aber beim Betreuungsschlüssel „besteht in Kindergärten mit mehreren Gruppen eindeutig Handlungsbedarf“. Es sei nicht „hinnehmbar, dass sich das Land als zuständige Institution für eine Verbesserung in diesem Problembereich aus der Verantwortung ziehen möchte“, so Pechlaner im Antwortschreiben an die Elterninitiative.

Palfrader (VP) kündigt an, dass das Gesetz überarbeitet wird. „Mein Ziel ist und war auch schon immer eine Fach- und eine Assistenzkraft für jede Gruppe. Da dieser Schlüssel aber mit mehr Kosten für die Erhalter verbunden ist, hat sich der Gemeindeverband damals dagegen ausgesprochen.“ Dass Innsbruck den Ball ans Land weitergibt, will sie aber nicht hinnehmen: „Die Verantwortung liegt in erster Linie beim Erhalter. Innsbruck bekommt seit dem neuen Gesetz vom Land sogar eine Million Euro mehr Personalkostenzuschuss. Da könnte man sich wohl leicht eine ganze Assistenzkraft leisten“, so Palfrader. Sehr viele andere „verantwortungsvolle Kindergartenerhalter“ wie z. B. Völs haben das laut Palfrader „in ihrem öffentlichen Kindergarten selbstverständlich so geregelt“.


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