Faszinierend-groteske Show: Bonaparte rockten in Innsbruck

Burlesque-Tänzerinnen und unheimlich schrille Kostüme sind das Markenzeichen von Bonaparte. Am Donnerstag begeisterte der „Punk-Zirkus“ im Innsbrucker Hafen.

Innsbruck - „Ihr werdet bei unserem Konzert zwölf Liter Schweiß verlieren“, tönte Bonaparte-Frontmann Tobias Jundt Anfang Oktober im TT-Interview (siehe Link) in Richtung des Tiroler Publikums. Ganz so heftig war die Ausdünstung bei den meisten zum Glück nicht, sonst wäre der Innsbrucker Hafen am Donnerstagabend wohl überflutet worden. Kein Zweifel besteht aber daran, dass die kaiserliche Band mit ihrem skurrilen Punkrock-Zirkus den rund 400 Besuchern vom ersten bis zum letzten Akkord kräftig einheizte.

Für richtig gute Stimmung hatte bereits Support-Act Tim Fite mit seiner komödiantischen One-Man-Show gesorgt. Der - mit einer unvergleichlichen Mimik ausgestattete - Amerikaner hatte die Lacher insbesondere durch seine verrückten Videowall-Einspielungen auf seiner Seite.

Als schließlich kurz nach 22 Uhr die dramatische Anfangsmusik von Bonaparte ertönte und eine anmutige Dame im weißen Kleid in den pinken Nebelschleier der Bühne trat, erreichte die Spannung ihren Höhepunkt. Und spätestens bei den ersten Klängen der neuen Hitsingle „Quarantine“ gab es in den vorderen Reihen kein Halten mehr.

Auch auf der Bühne überschlugen sich die Ereignisse. Bei jedem Lied kamen, in gewohnter Bonaparte-Manier, grotesk maskierte Performance-Künstler zum Vorschein, die eine faszinierend-vestörende Show darboten. Inmitten der Fabelwesen, Roboter und leicht bekleideten Drama-Queens, rockte die Band, was das Zeug hielt. Zwischen Punk, Indie und Elektro bewegte sich der druckvolle Sound, gespickt mit ironisch-sozialkritischen Texten. Am Ende tobte die entfesselte Menge – so manchen Liter Schweiß hatte sie bestimmt verloren. (siha)


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