Rom will Tausende Tonnen Müll in den Niederlanden entsorgen

Rom kämpft bereits seit Jahren mit akuten Problemen bei der Müllentsorgung. Nun sollen bis zu 500.000 Tonnen Müll jährlich sollen pro Jahr mit Schiffen ins Ausland gebracht werden.

Die Müllentsorgung ist in Italien ein großes Problem.
© EPA

Rom - Rom kämpft gegen akute Probleme mit der Abfallentsorgung. Bis zum 31. Dezember soll die riesige Müllhalde von Malagrotta an der Peripherie der italienischen Hauptstadt geschlossen werden. Diese ist überfüllt und kann keinen Unrat der 3,5-Millionen-Metropole mehr aufnehmen. Die 1985 angelegte Deponie ist die größte Müllkippe Europas. Pläne zur Eröffnung einer weiteren Deponie stießen auf Proteste der Bewohner. Daher will Rom ab kommenden Jänner seinen Mist in den Niederlanden entsorgen, berichtete die römische Tageszeitung „La Repubblica“ am Samstag.

Trotz der Kosten, die mit der Entsorgung im Ausland verbunden sind, scheint dies bisher die einzige Lösung zu sein, um Rom eine Müllkrise wie in Neapel vor einigen Jahren zu ersparen. Bis zu 500.000 Tonnen Müll jährlich sollen per Lkw bis zum Hafen Civitavecchia nördlich von Rom gebracht und von hier auf Schiffe in Richtung Niederlanden verfrachtet werden. Der Großraum von Rom produziert jedes Jahr 1,8 Millionen Tonnen Abfall.

Die EU-Kommission will nicht länger zusehen, dass die Stadt Rom entgegen europäischem Recht fast zwei Drittel ihres Mülls unbehandelt in Malagrotta entsorgt. Daher drohen der Stadt Gerichtsverfahren und zehn Millionen Euro Strafe.

Rom kämpft bereits seit Jahren mit akuten Problemen bei der Müllentsorgung. Nach heftigen Bürgerprotesten verzichtete die Regierung Monti im Mai auf einen umstrittenen Plan zur Errichtung einer Deponie unweit der Hadriansvilla, Sommerresidenz und Alterssitz des römischen Imperators Hadrian (76-138) in Tivoli, 24 Kilometer von Rom entfernt. Der von der Regierung mit der Lösung der akuten Abfallprobleme beauftragte Regierungskommissar Giuseppe Pecoraro reichte seinen Rücktritt ein.

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Die Pläne zum Bau einer Mülldeponie unweit der antiken Palastanlage, die seit 1999 zum Weltkulturerbe der UN-Kulturorganisation UNESCO zählt, hatten die Bürger empört. Pecoraro wurde durch den Kommissar Goffredo Sottile ersetzt, der ein neues Grundstück für die Halde gefunden hat. Dabei handelt es sich um ein Gebiet unweit der bereits bestehenden Deponie von Malagrotta. Hier soll eine provisorische Müllkippe eingerichtet werden. Doch auch dagegen wehren sich die Grünen und lokale Bürgerkomitees heftig. (APA)


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