200 Millionen Euro Kosten jährlich errechnet oder 900 Mio. Ersparnis

Das Bildungsministerium rechnet bei einer Einführung der geforderten täglichen Turnstunde mit Kosten in der Höhe von 200 Millionen Euro jährlich. Der Volleyball-Präsident Peter Kleinmann kontert und spricht von einer Ersparnis von bis zu 900 Millionen Euro im ersten Jahr.

Wien - Die seit dem schlechten Abschneiden österreichischer Sportler bei den Olympischen Spielen von London geforderte tägliche Turnstunde würde laut Berechnungen des Bildungsministeriums pro Jahr zusätzlich 200 Mio. Euro Personalkosten verursachen. Dazu kämen einmalig 100 Mio. Euro für Aus- und Weiterbildungskosten für die Pädagogen, bestätigte ein Sprecher von Bildungsministerin Claudia Schmied (S) einen Bericht der „Kronenzeitung“ (Samstag-Ausgabe). Eingesetzt werden könnten dafür vor allem Freizeitpädagogen, also etwa Trainer von Sportvereinen, die eine zusätzliche pädagogische Qualifikation erhalten haben.

Nach wie vor halte die Ministerin jedoch daran fest, dass die verpflichtende tägliche Turnstunde nur in einer Ganztagsschule sinnvoll umzusetzen sei, hieß es. Freiwillig sei es den Schulen im Rahmen der Schulautonomie aber jetzt schon möglich, die tägliche Turnstunde einzuführen, betonte das Ministerium.

Kleinmann sieht Ersparnis

Volleyball-Präsident Peter Kleinmann hat am Samstag zu den Berechnungen des Unterrichts-Ministeriums Stellung genommen. Laut Kleinmann sind vielmehr enorme Einsparungen von bis zu 900 Millionen Euro im ersten Jahr möglich.

„Laut einer wissenschaftlichen Studie spart jeder in den Sport und Bewegung investierte Euro dem Gesundheitswesen zwei bis drei Euro ein: Wenn das Bundesministerium die Kosten der Täglichen Turnstunde mit 300 Millionen beziffert, bedeutet das also, dass dadurch im ersten Jahr 600 bis 900 Millionen Euro und in den folgenden 400 bis 600 Millionen Euro eingespart werden könnten“, teilte Kleinmann mit.

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Dazu käme, dass Turnen die Kinder auch nachweislich gescheiter mache. Kleinmann verwies dabei auf neueste Untersuchungen, wonach durch Sport das Lern-Zentrum im Gehirn vergrößert wird, was zu besseren Lernergebnissen führt, wie Univ.-Prof. Dr. Peter Schober (Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention) auch am Dienstag im Rahmen der großen BSO-PK in Wien ausgeführt hatte.

„Weiters wird unseren Kindern durch die Tägliche Turnstunde Bluthochdruck, Verfettung und Diabetes erspart. Auch das Krebsrisiko im Erwachsenenalter wird durch tägliche Bewegung um 50 Prozent verringert. Wir können also durch die sofortige Einführung der Täglichen Turnstunde das Zwei- bis Dreifache der investierten Kosten im Gesundheitswesen einsparen, das Krebsrisiko senken und uns in der PISA-Studie verbessern“, erklärte Kleinmann.

„Da die Kinder und Jugendlichen das größte Kapital der Republik Österreich sind, müssen wir also in diesen Gesundheitsbereich investieren und die Tägliche Turnstunde ab 2013/2014 einführen“, lautet Kleinmanns Schluss. (APA)


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