Hamilton sticht die Bullen im Qualifying von Abu Dhabi aus

WM-Leader Vettel startet am Sonntag hinter seinem Red-Bull-Teamollegen Webber von Position drei, Alonso kam nicht über den siebenten Platz hinaus.

Abu Dhabi – Lewis Hamilton hat sich in überlegener Manier die Pole Position für den Formel-1-GP von Abu Dhabi gesichert. Der Brite stellte am Samstag schon im ersten Umlauf des letzten Qualifikationsabschnittes jene Zeit sicher, mit der er am Ende über drei Zehntel vor den beiden Red Bull von Mark Webber und Sebastian Vettel lag. Doppelweltmeister Vettel verpasste beim vierten Auftritt in der Yas Marina erstmals die erste Reihe und brachte zudem sein Auto nicht an die Box zurück.

Vettel mit „Benzin-Problemen“

Das ließ sofort Befürchtungen aufkommen, Vettel würde dafür disqualifiziert und auf Platz 24 zurückversetzt. „Ich habe keine Ahnung, warum ich stehen bleiben musste“, sagte Vettel unmittelbar nach dem Training. Es war laut Teamchef Christian Horner eine Anordnung „aus der Motorenecke“ wegen eines Benzindruckproblems. Bei einem „Benzinmangel“ drohte Vettel allerdings Ungemach.

Zunächst stand aber selbst vor seinem dritten Platz ein „nur“, selbst wenn Titelrivale Fernando Alonso („Wir waren heute nicht konkurrenzfähig, das war das Maximum“) über Platz sieben nicht hinauskam. Vettels Hoffnungen auf den fünften Sieg in Serie erlitten so oder so einen Dämpfer, nachdem aus der vierten Pole in Folge nichts geworden war.

Zudem verhieß die dringende Aufforderung seines Renningenieurs, den Wagen auf dem Weg in die Box zu stoppen, nicht unbedingt das Allerbeste. Vettel gehorchte, stellte sein Auto ab und wartete auf die nächste Mitfahrgelegenheit. „Ich weiß nicht, warum ich stoppen sollte“, meinte Vettel und beruhigte: „Es sollte aber nichts Großes sein.“

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Hamilton ganz cool

Dominiert wurde die Qualifikation von Beginn an von Hamilton, der die sechste Saison-Pole und die insgesamt 25. seiner Karriere feierte. „Das Auto ist fantastisch an diesem Wochenende“, sagte Hamilton, der für Vettel vorerst außer Reichweite war. „Es hätte ein bisschen weiter nach vorne gehen können, aber für Platz eins hätte es nicht gereicht“, meinte der Deutsche.

Schon in den freien Trainingseinheiten hatte Hamilton angedeutet, dass die Pole über ihn führen würde. Nachdem Vettel im Training zuvor durch Probleme mit den Bremsen kaum zum Fahren gekommen war, verharrte er in den ersten 20 Minuten des Qualifyings freiwillig am längsten in der Box. Die Handschuhe lagen noch vor ihm auf der Abdeckung, die Augen verfolgten hellwach die Ergebnisse der Konkurrenz auf den Bildschirmen.

Dann fuhr Vettel raus und leistete sich prompt einen kleinen Ausrutscher, als er die Leitplanken touchierte. Er konnte weiterfahren, die schnellste Runde ging aber schon im ersten Durchgang an Hamilton. Auch in den nachfolgenden 15 Minuten kam Vettel nicht ohne kleinen Fehler durch, erneut war Hamilton in der Zeitentabelle ganz oben.

Als es dann in den finalen zehn Minuten drauf ankam, legte Hamilton wieder früh die schnellste Runde vor. Vettel versuchte umgehend zu kontern, kam aber mit fast einer halben Sekunde Rückstand vorerst nur auf den zweiten Platz. Dann schob sich Webber noch dazwischen.

„Wir haben das Beste getan, was wir konnten“, meinte Webber, während Vettel zugab: „Die letzte Runde hat nicht ganz so hingehauen, wie ich mir das gewünscht hatte.“ Das Red-Bull-Duo kann dennoch schon an diesem Woche den Titel-Hattrick in der Konstrukteurswertung perfekt machen.

Qualifying für den Grand Prix von Abu Dhabi:

1. Lewis Hamilton (England) McLaren Mercedes 1:40,630 Min.

2. Mark Webber (Australien) Red Bull 1:40,978

3. Sebastian Vettel (Deutschland) Red Bull 1:41,073

4. Pastor Maldonado (Venezuela) Williams 1:41,226

5. Kimi Räikkönen (Finnland) Lotus 1:41,260

6. Jenson Button (England) McLaren Mercedes 1:41,290

7. Fernando Alonso (Spanien) Ferrari 1:41,582

8. Nico Rosberg (Deutschland) Mercedes 1:41,603

9. Felipe Massa (Brasilien) Ferrari 1:41,723

10. Romain Grosjean (Frankreich) Lotus 1:41,778

11. Nico Hülkenberg (Deutschland) Force India 1:42,019

12. Sergio Perez (Mexiko) Sauber 1:42,084

13. Paul di Resta (Schottland) Force India 1:42,218

14. Michael Schumacher (Deutschland) Mercedes 1:42,289

15. Bruno Senna (Brasilien) Williams 1:42,330

16. Kamui Kobayashi (Japan) Sauber 1:42,606

17. Daniel Ricciardo (Australien) Toro Rosso 1:42,765

18. Jean-Eric Vergne (Frankreich) Toro Rosso 1:44,058

19. Heikki Kovalainen (Finnland) Caterham 1:44,956

20. Charles Pic (Frankreich) Marussia 1:45,089

21. Witali Petrow (Russland) Caterham 1:45,151

22. Timo Glock (Deutschland) Marussia 1:45,426

23. Pedro de la Rosa (Spanien) HRT 1:45,766

24. Narain Karthikeyan (Indien) HRT 1:46,382


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