Syrische Panzer auf Golan-Höhen: Israel beschwert sich bei UNO

Die Panzer waren nach Medienberichten eingedrungen, um gegen Aufständische vorzugehen. Österreichische Blauhelme waren von der Grenzverletzung nicht betroffen.

Damskus, Jerusalem – Israel hat sich bei der UNO über das Eindringen von drei syrischen Panzern in die entmilitarisierte Zone auf den Golan-Höhen beschwert. Wie die Armee am Samstag mitteilte, brachte sie den Vorfall vom selben Tag bei den Vereinten Nationen zur Anzeige. Israelischen Medien zufolge waren die syrischen Panzer in das Dorf Beer Ajam südöstlich von Kuneitra (Quneitra) eingedrungen, um gegen Aufständische vorzugehen, die gegen die Herrschaft von Syriens Staatschef Bashar al-Assad kämpfen.

Die Panzer sowie zwei gepanzerte Transportfahrzeuge seien wenige Kilometer von israelischen Stützpunkten entfernt vorbeigefahren, berichtete die Nachrichtenwebsite Ynet. Die relativ zurückhaltende Reaktion der israelischen Streitkräfte deutete darauf hin, dass sie die Panzer nicht als direkte Bedrohung wahrnahmen.

Wie der staatliche israelische Rundfunk berichtete, erhöhte die Armee nach dem Vorfall jedoch ihre Alarmbereitschaft. Eine Armeesprecherin wollte diese Angabe nicht kommentieren.

Österreichische Soldaten nicht betroffen

Auf den Golan-Höhen sind im Rahmen der „United Nations Disengagement Observer Force“ (UNDOF) derzeit auch rund 375 österreichische Soldaten stationiert. Von dem jüngsten Vorfall waren sie aber nicht betroffen, erklärte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Wien, Michael Bauer, auf APA-Anfrage. Die syrischen Panzer seien „weit außerhalb unseres Aufgabenbereiches“ in die demilitarisierte Zone eingedrungen. Die Grenzverletzung hat sich demnach in rund 12 Kilometern Entfernung vom Einsatzgebiet der Österreicher ereignet.

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Während des Sechs-Tage-Kriegs 1967 hatte Israel einen Teil der Golan-Höhen erobert. Damaskus fordert von Israel das besetzte und 1981 annektierte Gebiet zurück. Die UNO erkennt die Annexion nicht an. Israel und Syrien befinden sich offiziell weiterhin im Kriegszustand. Seit einem Abkommen der beiden Nachbarländer von 1974 patrouillieren etwa 1.200 unbewaffnete UNO-Blauhelmsoldaten in dem umstrittenen Gebiet.

Zwei weitere Vorfälle seit Juli

Im Juli hatte Israel eine Beschwerde an UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon gerichtet, die sich gegen die Infiltrierung syrischer Soldaten in die entmilitarisierte Zone richteten. Ende September folgte eine israelische Beschwerde über Granateneinschläge auf den Golan-Höhen. Die Geschoße wurden offenbar bei Gefechten zwischen der syrischen Armee und den Aufständischen abgefeuert. (APA/AFP/sda)


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