Bauern bangen um Millionen: EU legt Almförderung auf Eis

Weil auf 1400 Almen noch keine Flächenkontrollen durchgeführt wurden, werden heuer keine EU-Förderungen ausgezahlt. Es geht um Millionen.

Von Peter Nindler

Innsbruck –Unter den Bauern rumort es. Denn Mitte November gibt es die Vorschusszahlung von 75 Prozent des Bergbauernzuschusses und für das Umweltprogramm. Doch für die Mehrzahl der Besitzer von Almen und der rund 10.300 bäuerlichen Betriebe, die ihr Vieh auf Almen auftreiben, gibt es eine bittere Pille. Denn sollte heuer bzw. im Vorjahr keine Kontrolle der Almflächen stattgefunden haben, wird die Alpungs- und Behirtungsprämie sowie die Betriebsprämie nicht ausgezahlt. „Betroffen davon sind 1400 der rund 2100 Besitzer von Almen“, wird von Landwirtschaftskammerdirektor Richard Norz gegenüber der TT bestätigt. Ein Großteil der insgesamt 9,8 Millionen Euro an Almförderung wird von der EU vorerst auf Eis gelegt und erst dann ausgezahlt, wenn es die Kontrollen gegeben hat. Durchschnittlich 20.000 bis 25.000 Euro machen die Almförderungen pro Alm aus.

Die Kammer informierte Ende Oktober ihre Mitglieder. Hintergrund für diese drastische Maßnahme ist ein Bericht des Europäischen Rechnungshofes. „Durch Prüfungen des Europäischen Rechnungshofes auf österreichischen Almen wurden wiederholt ein zum Teil erheblicher Unterschied zwischen den von den Almbewirtschaftern beantragten Flächen und den vor Ort von den EU-Prüfern erhobenen Flächen festgestellt“, informierte Norz die Almbauern. 345 Tiroler Almen gerieten ins Visier der EU, ein Großteil davon konnte aber den massiven Flächenschwund erklären. Dennoch: Die EU beharrte auf flächendeckenden Kontrollen.

Aber da liegt das Problem. „Diese konnten nicht durchgeführt werden – auch aufgrund des schlechten Wetters“, wie Norz betont. Möglicherweise wurden Kammer und die Agrarmarkt Austria vom EU-Rechnungshofbericht überrascht, denn die Prüfquote für 2012 betrug lediglich 30 Prozent.

Berechnet werden die Subventionen nach der beweideten Fläche. Jenen Bauern, denen es nicht gelang, die Flächenberechnung schlüssig nachzuweisen, droht eine Rückzahlung der seit 2007 erhaltenen Almprämien. Acht Tiroler Bauern mussten bereits tief in die Tasche greifen und Rückzahlungen leisten.


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