Felssicherungsarbeiten stehen unter Zeitdruck

Seit zwei Monaten ist der Tösner Ortsteil Eggele nur über Forststraßen erreichbar. Bis zum Wintereinbruch müssen die Arbeiten fertig sein.

Von Matthias Reichle

Tösens –Wer derzeit nach Eggele will, braucht entweder Geduld oder Allrad – seit zwei Monaten ist der Tösner Weiler nur noch über zwei Forstwege erreichbar. „Der eine bedeutet hin und retour 16 Kilometer Umweg“, erklärt Werner Falkeis, „beim anderen Weg benötigt man ein Auto mit Bodenfreiheit.“ Der Tösner ist einer von drei Bewohnern Eggeles, die täglich auspendeln. Derzeit leben dort zwei Familien.

Grund für die Strapazen, die sie seit Anfang September auf sich nehmen müssen, ist ein Felssturz auf den einzigen asphaltierten Fahrweg. 300 Meter oberhalb der Straße brachen 5000 Kubikmeter Material ab, erinnert Landesgeologin Petra Nittel an den Vorfall. Auf einem Streckenabschnitt von etwa 100 Metern Länge fielen Steine auf den Weg.

„Die Felsbrocken rissen Löcher von einem halben Meter Tiefe in den Asphalt“, berichtet auch Falkeis vom Ereignis, bei dem glücklicherweise niemand verletzt wurde. Er vermietet Gästezimmer und hofft, dass der Weg bald wieder freigegeben wird. An der Notwendigkeit einer Straßensperre zweifeln aber weder er noch der Tösner Bürgermeister Helmut Kofler. „Der Felssturz ist Gott sei Dank in der Nacht passiert“, betont dieser. Der Weg wird viel benutzt – „auch als Mountainbikestrecke“.

Kofler steht derzeit unter besonderem Zeitdruck. Die letzten zwei Monate wurden für Absicherungsmaßnahmen genutzt – der Bau eines Netzes oder Damms zum Schutz des Verkehrswegs steht jedoch noch aus. Zuerst müsse man dafür sorgen, dass den Arbeitern keine Gefahr droht, erklärt er.

Ein früher Wintereinbruch darf dem Projekt nun jedoch nicht mehr in die Quere kommen. Die beiden „Ersatzstraßen“ sind nämlich nicht wintertauglich, betont der Dorfchef. „Es gibt dort Gewässerquerungen, die zueisen.“ Die Witterung der vergangenen Wochen machte bereits die ersten Probleme. Nun hofft man, dass die Behörde rasch grünes Licht für den Bau gibt. 120.000 Euro wird der Felssturz die Gemeinde alles in allem kosten.


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