Ex-“Tatort“-Kommissarin Andrea Sawatzki debütiert als Sängerin

Die vielprämierte Schauspielerin lädt in Berlin zu einer musikalischen Reise von den 1920er Jahren bis heute.

Von Steffen Trumpf

Berlin - Als „Tatort“-Kommissarin Charlotte Sänger bekam sie den Grimme-Preis, als beste Schauspielerin in „Arme Millionäre“ den Deutschen Comedypreis. Nun entdeckt Andrea Sawatzki an sich eine neue Begabung: Sie singt. Die mit dem Schauspieler Christian Berkel verheiratete 49-Jährige tritt vom 6. November an im Berliner Zelttheater Tipi am Kanzleramt auf und präsentiert eine musikalische Reise von den 1920er Jahren bis heute. Mit sanfter, fast mädchenhafter Stimme präsentiert die rothaarige Frau mit den blauen Augen Songs von Bertolt Brecht bis Herbert Grönemeyer.

Es ist ein neues Kapitel in Sawatzkis Karriere: 24 Jahre, nachdem sie an der Münchner Schauspielschule auch Gesang studierte, tritt sie erstmals allein als Sängerin auf. „Ich wundere mich selbst, dass da so viel Zeit ins Land gegangen ist“, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. „Irgendwie fehlten mir Zeit und Mut.“

Den Anstoß für das Projekt gab ihr Mann wenige Tage vor der Hochzeit im Dezember 2011. „Christian wünschte sich von mir als einziges Geschenk ein Lied, das ich für ihn singen sollte.“ Sie wählte den Brechtschen Song von Mackie Messer - und überzeugte ihren frischgebackenen Ehemann voll: Er schlug gleich einen professionellen Liederabend vor. Das Ergebnis gefalle ihm, sagt Sawatzki. „Er hat sich zumindest nicht gelangweilt.“

Das Programm, das sie gemeinsam mit ihrem Klavierspieler Adam Benzwi erarbeitet hat, ist vielseitig: Auf Bertolt Brecht folgt ein Stück der „Neigungsgruppe Sex, Gewalt und gute Laune“, auf Herbert Grönemeyers „Männer“ ein Lied von Cole Porter, das Hildegard Knef bei ihrem Debüt auf dem Broadway sang. Es wird laut, leise, traurig, lustig. „Irgendwas ist immer, mal zum Lachen, mal zum Weinen“, heißt das Programm treffend.

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Dabei ist derzeit nicht nur „irgendwas“, sondern wirklich viel los im Leben von Andrea Sawatzki. Seit Oktober dreht die gebürtige Oberbayerin den vierten Film der „Bella“-Serie („Bella Familia“). Dazu der Liederabend und ein Roman, der bald im Piper-Verlag erscheint. „Es wird gerade alles mehr“, sagt sie. „Ich drehe immer tagsüber und abends muss ich singen. Das ist heftig.“

Der Schauspielerei bleibt sie indes treu. „Ich werde jetzt nicht weniger drehen.“ Für das kommende Jahr sei die Verfilmung eines Romans von Elke Schmitter in Planung - diesmal wieder in einer ernsthafteren Rolle. „Ich habe sehr viele Komödien gespielt. Mit Spaß. Aber ab und zu möchte ich das auch wieder mal brechen, mal wieder ernstere Stoffe spielen. Das soll sich immer so die Waage halten.“ Mit dem zusätzlichen Zeitaufwand fürs Singen habe sie manchmal das Gefühl, alles wachse ihr über den Kopf. „Dann wiederum denke ich: Wenn ich es jetzt nicht mache, mache ich es nie.“ (Steffen Trumpf ist Korrespondent der Deutschen Presse Agentur.)


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