Türkische Polizei ging gewaltsam gegen Kurden-Unterstützer vor

Die Polizei setzte in Istanbul Tränengas und Wasserwerfer gegen etwa 400 Demonstranten ein. Diese riefen Slogans wie „Freiheit für Insassen“ und „Räumt die Gefängnisse“.

Istanbul – In Istanbul ist die Polizei am Sonntag mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Unterstützer von hungerstreikenden kurdischen Gefangengen vorgegangen. Etwa 400 Demonstranten versammelten sich vor dem Gebäude der Kurdenpartei BDP, um den Hungerstreik von rund 700 inhaftierten Kurden zu unterstützen, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Polizisten begannen ohne Vorwarnung, die Demonstranten gewaltsam auseinanderzutreiben. Diese riefen Slogans wie „Freiheit für Insassen“ und „Räumt die Gefängnisse“.

Die Demonstranten in der türkischen Millionen-Metropole skandierten auch Parolen für den in Haft sitzenden Vorsitzenden der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Abdullah Öcalan. Die türkische Regierung geriet zuletzt zunehmend unter Druck, weil Hunderte kurdische Gefangene sich seit 54 Tagen im Hungerstreik befinden. Dazu gehören auch mehrere Politiker. Sie verlangen eine Lockerung von Verordnungen, die das Benutzen der kurdischen Sprache einschränken. Ihr Hauptziel ist jedoch eine Verbesserung von Öcalans Haftbedingungen. Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan erklärte, die Regierung werde sich „Erpressung“ nicht beugen. (APA/AFP)


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