Weiberfasnacht hat viel Zulauf und Unterstützung
Der ersten Weiberfasnacht in Imst steht nichts mehr im Wege: Am Dienstag holten sich die Organisatorinnen die Erlaubnis vom Stadtchef.
Von Renate Schnegg
Tarrenz, Imst –Die zwölfjährige Hannah Schöpf ist ein großer Fan der Fasnacht. Was sie stört: dass nur Männer und Burschen aktiv mitmachen dürfen. Deshalb fragte sie den Imster Fasnachtsobmann Uli Gstrein, ob er denn nicht eine Weiberfasnacht organisieren könnte.
Tat er nicht, forderte Hannah aber per Brief auf, selber etwas zu machen, solange es keine Kopie des Imster Schemenlaufens sei. Gesagt, getan: Hannah tat sich mit ihrer Freundin Naemi Mayr zusammen und sie schmiedeten mit Unterstützung ihrer Mütter Pläne, die TT berichtete. Danach flackerte via Facebook kurz Ablehnung in Sachen Weiberfasnacht auf, sie hielt sich aber nur wenige Tage.
Weit größer ist der Zuspruch, den die Organisatorinnen erfahren, wie Hannahs Mama Andrea Bubik-Schöpf erfreut mitteilt: „Wir bekommen immer öfter Unterstützungsmails von Frauen aus anderen Fasnachtsregionen, die uns viel Glück wünschen, sogar aus Deutschland.“
Inzwischen sind es weit mehr als 60 Mitstreiterinnen aller Altersgruppen, verschiedenster Gemeinden und Muttersprachen, die bei der Weiberfasnacht am 7. Februar – am Unsinnigen Donnerstag – von 14 bis ca. 17 Uhr die Kramergasse unsicher machen. Auch Buben bis sechs Jahre dürfen mitmachen. Zu den sechs Maskengruppen – Männer, Nobelhexen, wilde Krachmacherinnen, Kosmetikerinnen, Frau Holle sowie Petzen – gesellte sich die Gruppe der Saligen hinzu.
Am Dienstag folgte nun der nächste Schritt: Naemi Mayr und Laura Flür – Hannah musste die Schulbank drücken – wurden bei Bürgermeister Stefan Weirather vorstellig und baten ihn um die Sperre der Kramergasse während des Umzugs. Was er sehr gerne tut, denn „früher hat es in der Innenstadt viele Aktivitäten am Unsinnigen gegeben, schade, dass sich das aufgehört hat“. Sein Wunsch wäre, dass künftig auch die Wirtschaftstreibenden in der Innenstadt in der närrischen Zeit wieder aktiv werden.
Die Weiberfasnacht bekommt aber noch mehr Unterstützung seitens der Stadt als nur eine gesperrte Straße: „Wir werden nach dem Umzug die Straße reinigen, und im Namen des Kultur- und Jugendreferats der Stadt bedanken wir uns in kulinarischer Weise bei den Fasnachterinnen“, versprach Weirather.
Was jetzt noch fehlt: dass alle Schülerinnen, die bei der Weiberfasnacht aktiv mitmachen, die Schule am Unsinnigen etwas früher beenden dürfen. Denn schließlich haben ja auch die Buabefasnachter an ihrem hohen Feiertag schulfrei.
Wer bei der Weiberfasnacht mitmachen will, meldet sich per E-Mail unter weiberfasnacht@gmail.com bzw. telefonisch bei Andrea Bubik-Schöpf (0650/3165470) oder Kirsten Mayr (0699/10255499).