Hochprozentige Wahrheiten

Am Faschingsdienstag soll das Alkohol-ABC für Heiterkeit sorgen: Es räumt mit Mythen auf, erzählt skurrile Betrunkenen-Geschichten und erklärt das grauenvolle Schädel-Brummen.

Äthanol als Bestandteil von Wein, Bier und Likör ist schuld daran, wenn sich am Morgen nach einer lustigen Faschingsnacht der Kopf in alle Richtungen dreht. Das Gefühl, am Rotor eines Hubschraubers zu hängen, kommt, sobald der Äthanol über die Blutbahn das Innenohr erreicht – dort bringt die farblose und eigentlich würzig schmeckende Flüssigkeit das Gleichgewichtsorgan gehörig durcheinander.

Blaumachen. In manchen Ländern ist es gang und gäbe, nach einer wilden Nacht nicht ins Büro zu torkeln. Die fünf Millionen Finnen bringen es so pro Jahr auf insgesamt eine Million Fehltage. Eine Studie hat den wirtschaftlichen Schaden durchs Blaumachen für die USA berechnet: Fast 150 Milliarden Euro pro Jahr gehen durchs Blaumachen verloren.

Chaos-Flug. Diesen Flug von Reykjavik nach New York Anfang des Jahres werden die Passagiere und Flugbegleiter wohl nicht so schnell vergessen. Weil ein 46-jähriger Isländer sich im Duty-free-Shop mit Whiskey eingedeckt und schon vor dem Flug ordentlich getrunken hatte, drehte er an Bord durch. Als er durch die Gänge rannte und schrie, „das Flugzeug stürzt ab“, hatten der Pilot und zwei Passagiere genug. Mit einem Paketklebeband fesselten sie ihn am Sitz fest. Nach der Landung nahm ihn die Polizei fest.

Drei Milliarden Liter Whiskey sind derzeit in Schottland gelagert. Genug zum Schlürfen also für die fünf Millionen Einwohner.

Entzug. Wenn männliche Fruchtfliegen auf Sex-Entzug sind, wenden sie sich dem Alkohol zu. US-Forscher stellten Fliegen, die sich lange nicht mehr gepaart hatten, zwei Sorten von Essen hin: ein normales und ein alkoholhaltiges Futter. Die Fliegen stürzten sich auf jenes mit Alkohol.

Falscher Hase. Am vergangenen Wochenende hatte es ein Einbrecher auf Alkohol in einem Kölner Supermarkt abgesehen. Er räumte ein paar Regale leer, konnte sich aber nicht lange über die Beute freuen. Die Polizei wertete die Videoüberwachung aus: „Seine auffällige Kostümierung wurde ihm zum Verhängnis.“ Der junge Mann war als Hase verkleidet und wurde in der Nähe des Tatortes verhaftet.

Geschlechtervorteil. Tatsächlich ist es so, dass Männer in der Regel Alkohol (anfangs) besser vertragen als Frauen. Da Männer einen höheren Körperflüssigkeitsanteil besitzen, kommt der Alkohol langsamer ins Blut und die Wirkung setzt erst später ein.

Handyersatz. Die Polizei im deutschen Coburg bat einen besonders verwirrten Autofahrer zur Kontrolle. Der 41-Jährige nahm das Alk-Testgerät, hielt es ans Ohr und versuchte damit zu telefonieren.

Irrtum. Dass Alkohol warm hält, ist wohl einer der größten Mythen. Der Alkohol erweitert zwar die Blutgefäße, wodurch die oberste Hautschicht besser durchblutet wird und ein Gefühl der Wärme entsteht. Durch die erweiterten Gefäße entweicht die Wärme aber auch schneller.

Japanern, Chinesen und vielen anderen Asiaten fehlt ein Enzym, das vor allem am Morgen danach wichtig wäre. Dieses Enzym hilft dem Körper, die Alkohol-Gifte abzubauen. Japaner, Chinesen u.a.m. leiden daher länger.

Kaffee am Morgen vertreibt die Sorgen. Leider auch ein Irrtum, denn es gibt kein Wundermittel nach durchzechter Nacht. Das Enzym Alkoholdehydrogenasen baut in der Leber zwischen 0,1 und 0,15 Promille/Stunde ab. Egal, wie viel Kaffee man trinkt.

Labradors vertragen keinen Alkohol. Und Welpen schon gar nicht. Ein Engländer hatte sein Glas mit Wodka-Cola am Boden stehen gelassen und verließ das Zimmer. Sein Labrador-Welpe nützte die Gelegenheit und kostete von dem Getränk. Als der Hund torkelnd gesehen wurde, verständigte jemand die Polizei. Laut Gerichtsurteil darf der Mann drei Jahre lang keinen Hund halten.

Meerschweinchen auf Achse. Eine Frau mit 3,34 Promille im Blut rief an einer Kreuzung in Chemnitz die Polizei an, weil sie sich als Opfer eines Unfalls wähnte. Die Beamten entdeckten allerdings nichts Ungewöhnliches, außer dass die Frau ihr Meerschweinchen Gassi geführt hatte.

Nebel am Morgen, so wurde in England das Gefühl nach einer rauschigen Nacht bis zum 20. Jahrhundert genannt. Heute heißt es „Hangover“. Franzosen sprechen von der „Holzfresse“, Norweger vom „Kuppelkopf“ und Spanier von der „Meeresbrandung“. Woher das Wort „Kater“ kommt, ist nicht geklärt: entweder von der Bezeichnung „Katarrh“ für Entzündung oder als Kurzform für Katzenjammer.

Östrogen ist schuld, wenn sich die Kombination von fettigem Essen und Alkohol auf die Figur schlägt. Der Alkohol aktiviert ein Enzym, das männliche Hormone in das weibliche Östrogen umwandelt. Dieses wiederum verursacht den Aufbau der Fettpölsterchen. Außerdem verursacht der Alkohol einen Teufelskreis: Durch den gesenkten Blutzuckerspiegel hat man noch mehr Heißhunger.

Polizeianweisung mit Folgen. Weil bei einer Polizeikontrolle in Vorarlberg der Fahrer zu viel getrunken hatte, wurde die Beifahrerin von den Beamten gebeten weiterzufahren. Blöd nur, dass auch sie Alkohol im Blut hatte. Die Polizisten nahmen nach nur wenigen Metern auch ihr den Führerschein ab.

Qualen am Morgen. Der Kopf brummt, weil Alkohol entwässernd wirkt und die Gefäße sich verengen. Der Magen rebelliert, da die Produktion von Magensäure angeregt wird, und das die Magenschleimhäute reizt.

Rowdys. Weil Russen in Flugzeugen gerne einmal einen über den Durst trinken, plant das russische Luftfahrtamt eine schwarze Liste für Störenfriede. Laut einer Umfrage fliegt ein Fünftel der Russen nie nüchtern.

Sprüh-Alk. Ein französischer Designer hat einen Spray in Form eines Lippenstifts erfunden, den man sich auf den Gaumen sprüht. Die Menge von 0,075 Milliliter Alkohol verschafft für einige Sekunden ein „Gefühl der Trunkenheit“, sagt der Designer.

Terminkollision. Eine Autofahrerin im deutschen Schweinfurt wurde von der Polizei mit einem Promillegehalt von 2,3 angehalten. Sie wollte nicht zur Blutabnahme ins Revier kommen. Ihre Begründung: Sie habe einen wichtigen Termin – bei der Polizei.

Unverwüstlich sind manche Vögel, die sich von Beeren ernähren. Sogar mit 3,1 Promille im Blut können sie noch fliegen.

Verwechselt hat eine betrunkene Braunschweigerin den Ausgang mit einer anderen Tür. Sie zerrte so lange an der Glastür eines Kühlschranks, bis dieser umfiel.

Winterschnupfen kann – theoretisch – durch Alkohol verhindert werden. Laut einer japanischen Brauerei, die sich auf eine Studie der Uni Sapporo beruft, kann der im Hopfen enthaltene Bitterstoff Humulon Erkältungssymptomen vorbeugen. Allerdings erst ab 30 Dosen Bier.

Zitrusgeschmack mit Nuancen von Karamell, so wird eines der teuersten Biere der Welt beschrieben. Das „La Vieille Bon Secours“ wird in Belgien gebraut und in 12-Liter-Flaschen abgefüllt. Es kostet pro Flasche läppische 785 Euro. (chris, dpa, APA)


Kommentieren


Schlagworte