Archäologie in die Zukunft verschoben

Von Matthias Reichle...

Von Matthias Reichle

Fließ –Knochen und der Rest eines Fundaments – die Funde, die Arbeiter vorletzte Woche in der Fließer Barbarakirche gemacht haben, veranlassten Pfarrer Martin Riederer, das Bundesdenkmalamt zu alarmieren. Nach einem Lokalaugenschein steht nun aber fest: Es wird in der größten Filialkirche Tirols keine archäologischen Grabungen geben.

„Man hat es uns freigestellt“, betont Riederer. Der Bauausschuss hat sich dagegen entschieden – auch aus finanziellen Gründen. Immerhin werde bei den weiteren Arbeiten nichts zerstört. „Wir überlassen die Untersuchung der Funde den kommenden Generationen, die es finanziell etwas üppiger haben“, schmunzelt der Pfarrer. Er fürchtete auch, dass die Fließer, von deren Spendenbereitschaft die Renovierung des Gotteshauses abhängt, wenig Verständnis für kostspielige Untersuchungen aufbringen könnten.

Ob es sich bei den menschlichen Knochen um Reste des alten Pestfriedhofs handelt und wie die Vorgängerkirche ausgeschaut hat – all das bleibt deshalb vorerst Spekulation.

Das sei nun „einer Generation, die sich mehr dafür interessiert“ überlassen, kommentiert Johannes Pöll vom Bundesdenkmalamt die Entscheidung. Den Fließern sei es zu wenig wichtig. „Es ist ihre eigene Verantwortung ihrer Geschichte gegenüber.“ Kritik übt er unterdes an der Vorgehensweise der Renovierungsarbeiten. Es hätte ein Archäologe dabei sein müssen, betont er. „Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt.“ Man habe bei den Arbeiten gegen zwei Bescheidauflagen verstoßen.

Da stecke keine Absicht dahinter, entgegnet Riederer. Man wollte nur den Zementboden abtragen und hat dabei mitunter „zu viel erwischt“. Er zeigt sich von der Kritik des Archäologen verwundert. Laut dem was ihm berichtet wurde, habe dieser die Funde „eher bagatellisiert“.


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