Angst um die Fischerei an der Melach

Von Sabine Kuess...

Von Sabine Kuess

Sellrain, Oberperfuss –„Große Bedenken“ wegen des Gemeinschaftskraftwerks an der Melach äußert der Verwalter des dortigen Fischereireviers 2027 im Gespräch mit der TT. Der Oberperfer Peter Anich will „früh genug reagieren“, erklärt er. „Wenn wir genügend Wasser haben, ist die Fischerei nicht gefährdet“, betont Anich, dass er nicht gegen die Nutzung von Wasserkraft sei. Im konkreten Fall aber, dem Gemeinschaftskraftwerk bei Sellrain, zweifle er an der Machbarkeit. Bei dem existenten Kraftwerk Kühtai-Silz werde „nur eine Schrumpfmenge Restwasser in der Melach gelassen. Es gibt dafür aber keinen Vertrag.“ Bei den Kraftwerken Melach I und II in Kematen müssen Restwassermengen garantiert werden. Ein weiteres Kraftwerk an der Melach, die laut Anich „der einzige Bach ist, der fischdurchgängig ist“, gefährde die Fischerei.

Von der Gemeinde Oberperfuss ist Anich „enttäuscht“ – man habe das Projekt für das Gemeinschaftskraftwerk „unter vollständiger Geheimhaltung eingereicht. Eine Aufklärung der Dorfgemeinschaft erfolgte erst im Dezember 2012 im Oberperfer Dorfblatt“, kritisiert er. BM Johanna Obojes-Rubatscher betont, dass es Kontakt mit Anich gegeben habe: „Bevor der Vertrag nicht steht, habe ich keinen Sinn gesehen, darüber zu reden. Auf jeden Fall wird aber das Gespräch mit ihm gesucht“, verspricht sie.

Fischereiberechtigt an der Melach sind im Revier 2027 die Gemeinden Oberperfuss und Unterperfuss, ein Innsbrucker und Peter Anich mit dem größten Anteil von fünf Sechzehntel. „Wir kämpfen um eine vernünftige Lösung. Wir wollen miteinbezogen werden“, fordert er als Revierverwalter. Er habe sein ganzes Leben an der Pflege des Baches gearbeitet, sagt er voll Sorge. Es gebe Messungen, dass sich das Gemeinschaftskraftwerk nicht rentiere, betont Anich und verweist auf das hydraulische Jahrbuch. Auch an der Melach gibt es in der Au eine Messstelle.

„Wenn es so weit ist, müssen sie mich einbeziehen. Ich werde auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung drängen“, kündigt er an. Vom Tiroler Fischereiverband hofft er auf Rückendeckung: „Ich habe den Eindruck, dass von Seiten des TFV die Gesamtsituation zu wenig betrachtet wird.“ Der stv. Geschäftsführer, Zacharias Schähle, betont: „Wir haben noch keine fundierten Unterlagen und können uns kein Bild machen.“ Man werde sich die Pläne aber genau anschauen.

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