Vier Generationen unter einem Dach

Aus eins mach zwei: Der frühere Bungalow von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle erhielt ein Stockwerk aufgesetzt, wodurch für Sohn Andreas und dessen Familie eine großzügige Wohnung entstand.

Von Peter Hörhager

Telfes –Zu ebener Erde die Eltern, im ersten Stock der Sohn. „Baugrund ist teuer in Telfes“, betont Karlheinz Töchterle, seines Zeichens Bundesminister für Wissenschaft und Forschung. Er musste nicht lange forschen, um Platz für einen Wohnraum für Sohn Andreas und dessen Familie zu finden: Dem in den Jahren 1972/73 errichteten Bungalow wurde 2011 ein Stockwerk aufgesetzt. Das Ergebnis kann sich sehen und – vor allem – bewohnen lassen. Der Aufbau trägt die gleiche Handschrift wie jene des Ur-Hauses – jene von Ing. Otto Paulweber, dem Bruder von Ministergattin Maria. Er hat – sowohl unten wie oben – planerisch umgesetzt, was sich die Bewohner unter Wohnen vorstellen.

„Unsere Wohnung ist 40 Jahre alt – die Vorstellungen von Wohnen haben sich gewandelt und dem haben wir im Laufe der Jahre Rechnung getragen“, blickt Karlheinz Töchterle zurück. Die Folge: Wände und Türen, die zu Zeiten, als die Kinder noch klein waren bzw. bei den Eltern wohnten, noch sinnvoll waren, wurden entfernt. Das Ergebnis: ein offener Wohnraum. Den gibt‘s auch in der Wohnung des Juniors, allerdings – auf die Einrichtung bezogen – viel reduzierter, puristisch. Weiß dominiert, geradlinig die (von Sabine Töchterles Onkel Gerhard Proksch designten und gefertigten) Möbel, als Herzstücke die Kochinsel und der große Esstisch. Die Sonne sorgt vom Auf- bis zum Untergang nicht nur für natürliche Belichtung (die dank der großen Fenster maximal genutzt wird), sie liefert auch über die hangseitig vorgelagerten Solarzellen natürliche Energie. „Vom März bis Oktober unsere einzige Heizung bzw. Warmwasseraufbereitung, in den kalten Monaten gleichen Holzscheiter das Energiedefizit aus“, bilanziert der Minister und macht klar, dass das Doppelhaus nur mit erneuerbarer Energie beheizt wird. Was heißt Doppelhaus: Eigentlich ist es ein Dreifachhaus, denn im 50 qm großen Souterrain lebt Maria Töchterle, die 90-jährige Mama des Ministers. Kurzum: Es leben vier Generationen unter einem Dach.

Der große Esstisch in der Wohnung von Töchterle sen. ist nicht grundlos so dimensioniert – er ist Treffpunkt der Großfamilie, denn auch Tochter Julia und ihre Familie, die in Neustift lebt, sind immer gern gesehen. „Die Familie ist für mich das Wichtigste“, stellt der Politiker klar und teilt sich seine Termine möglichst so ein, dass er, da er während der Woche vorwiegend in Wien lebt, zumindest an den Wochenenden im geliebten Stubaital sein kann. Um sich dort im Sommer aufs Mountainbike zu schwingen und im Winter die Tourenski anzuschnallen. „Er ist skitourensüchtig“, lacht Gattin Maria. Eine weitere Sucht wird beim Rundgang ersichtlich: Bücher, Bücher, Bücher. Dazwischen, sparsam verteilt, Bilder. „Keine Wertanlagen, sondern Bilder mit Beziehung“, stellt der Hausherr klar. Etwa vom im Vorjahr verstorbenen Herbert Danler, der in der Nachbarschaft wohnte, oder von dem von Karlheinz Töchterle geschätzten Johannes Maria Pittl. Und nicht zu vergessen Werke seiner Brüder Martin und Luis Töchterle.Ja, und wenn man über Karlheinz Töchterle schreibt, darf man eine andere Leidenschaft nicht vergessen, der fast alle Familienmitglieder frönen: die Blasmusik. Was Wunder, dass er – zum Proben – sogar in der Wiener Wohnung eine Trompete stehen hat.

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