Stichtag in der Causa Suhrkamp

Am Mittwoch soll das Frankfurter Landgericht den Eigentümerstreit endgültig lösen.

Berlin –Am morgigen Mittwoch könnte das Frankfurter Landgericht ein für die Zukunft des renommierten Suhrkamp-Verlags wegweisendes Urteil sprechen. Beide Streit-Parteien, die Familienstiftung um Ulla Unseld-Berkéwicz, die 61 Prozent der Anteile an Suhrkamp hält, und Minderheitengesellschafter Hans Barlach (39 Prozent) haben beantragt, sich gegenseitig als Teilhaber des Verlages auszuschließen. Die Folge könnte die gerichtlich beschlossene Auflösung der Gesellschaft – und damit de jure das Ende des Suhrkamp-Verlages sein. Damit steuert der seit 2006 schwelende Konflikt zwischen der Verlegerin Unseld Berkéwicz und dem Hamburger Medienunternehmer Barlach auf seinen Höhepunkt zu. Barlach hatte sich – gegen den Willen der Verlegerin – vor sieben Jahren in das Unternehmen eingekauft und 2011 Klage gegen Berkéwicz eingereicht. Der Vorwurf: Die Verlagschefin soll Firmengelder veruntreut haben. Vor dem Landgericht Berlin bekam Barlach Anfang Dezember Recht, Berkéwicz wurde als Geschäftsführerin abberufen, hat allerdings sofort gegen das Urteil berufen.

Sämtliche Versuche, den Streit außergerichtlich beizulegen, scheiterten bislang. Wenig Hoffnung auf eine einvernehmliche Lösung in letzter Minute hat auch Richter Norbert Höhne, der am Mittwoch einen Schlussstrich unter den Fall ziehen soll: „Beide Gesellschafter sehen sich offenbar wechselseitig als Inkarnation des Bösen“, fasste er die Situation bereits nach den Anhörungen zusammen. „Einer der namhaftesten Teilnehmer am Literaturbetrieb der Nachkriegszeit droht zu verschwinden“, so Höhne. (jole, dpa)

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