Ein Musiker ohne Instrument

Klaus Köck war 20 Jahre Musikbezirksobmann. Er sprach mit der TT über die Verjüngung der Kapellen, den Marsch „Dem Land Tirol die Treue“ und stets regenfreie Feste.

Von Catharina Oblasser

Lienz –Eigentlich ist Klaus Köck ein Vollblutmusiker, obwohl er nie gelernt hat, ein Instrument zu spielen. „Früher war das nicht so einfach“, erinnert sich der gebürtige Kartitscher an seine Jugend. „Trotzdem hat mich Musik immer schon fasziniert. Sie weckt Emotionen, bringt Freude und Trost und führt Menschen zusammen.“

Deshalb ließ sich Köck auch nicht lange bitten, als der damalige Obmann des Musikbezirks Lienzer Talboden, Walter Unterweger, ihn bat, das Amt zu übernehmen. „Das war 1993. Damals hat der Musikbezirk, den es seit 1949 gibt, 14 einzelne Kapellen gehabt.“

In Osttirol sind auch die Kapellen des Oberlandes und jene des Iseltales in die so genannten „Musikbezirke“ zusammengefasst. Als Obmann sah er sich als Bindeglied zwischen den einzelnen Kapellen und dem Blasmusikverband Tirol. „Ich war eine Art Servicestelle für Subventionen, aber auch für Ehrungen. Wichtig war es mir, den Kontakt unter den einzelnen Kapellen zu forcieren und musikalische und organisatorische Fortbildungen zu bieten.“

Köcks Aufgabe war es auch, das jährliche Bezirksmusikfest zu organisieren, bei dem sich alle Gruppen des Talbodens versammelten und gemeinsam auftraten. „Einmal war auch der damalige EU-Kommissar Franz Fischler unser Gast“, ist Köck noch heute stolz. Auch zum Himmel dürfte der Kartitscher einen besonderen Draht gehabt haben: „Bei sämtlichen 20 Festen, die ich während meiner Obmannschaft mitorganisiert habe, hat es kein einziges Mal geregnet“, schmunzelt er.

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Obwohl der Lienzer Talboden eine recht kleine Region ist, zeigt sich eine vielfältige Palette an Musikkapellen. „Tristach ist mit 200 Jahren die älteste Kapelle. Die größten befinden sich in Ainet, Nußdorf-Debant, Assling und Gaimberg“, gibt Köck einen Überblick. Besondere Freude macht ihm die kleinste Kapelle – jene in Thurn. „Die wurde erst vor ein paar Jahren gegründet. Darauf bin ich stolz, denn besonders in kleinen Gemeinden ist das wichtig für das Dorfleben.“

Wenn der heute 73-Jährige auf seine Laufbahn zurückblickt, ist eine Veränderung für ihn besonders markant: Die Musikkapellen sind größer, jünger und weiblicher geworden. „Seit es die Landesmusikschulen gibt, finden viele junge Leute zum Musizieren, auch Mädchen, was früher nicht so war. Auch die Qualität ist besser als früher.“ Kehrseite der Weiblichkeit: Da Mädchen kleine Instrumente wie Querflöte und Klarinette bevorzugen, würden fallweise die tiefen Töne von Tenorhorn oder Bass fehlen.

Eine besondere Beziehung hat der langjährige Obmann zum bekannten Marsch „Dem Land Tirol die Treue“, die als inoffizielle Tiroler Landeshymne gilt. „Das Stück stammt ja von den Osttiroler Brüdern Florian und Josef Pedarnig. Die wollen übrigens nicht, dass man es als Landeshymne bezeichnet.“ Zwischenfälle mit gegrölten Schmähungen Südtirols, wie sie in so manchem Tiroler Bierzelt vorkamen, sind Köck in Osttirol keine bekannt. „Man muss den Text aus der Sicht der damaligen Zeit sehen. ‚Dem Land Tirol die Treue‘ ist sehr emotionell. Mir persönlich gefällt das Stück, man spürt dabei Patriotismus und Zusammenhalt.“


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