Romed Baumann: „Leistung unter diesem Druck ist noch mehr wert!“

Der Hochfilzener Romed Baumann erlöste das ÖSV-Herren-Team mit der Bronze-Medaille in der Super-Kombi - und wird jetzt zu Hause nicht mehr „gehänselt“.

Wie sind Sie mit dem Druck umgegangen, der auf Ihnen lastete?

Romed Baumann: Das Rennen war alles andere als einfach. Zwei Bewerbe in Österreich ohne Medaille, das ist ein Desaster! Doch der Druck gehört dazu, ich habe gelernt damit umzugehen. Wenn man solche Leistungen unter Druck bringt, sind sie noch mehr wert.

Wie sind Sie das Rennen angegangen?

Baumann: Ich sah einige Fahrer am Start im Fernseher. Die Zeiten waren nicht allzu schnell. Da habe ich gewusst, dass ich um eine Medaille mitreden kann.

Sie haben Silber nur knapp verpasst ...

Baumann: Es war unglaublich eng. Auch wenn mir zwei Hundertstel Sekunden auf Silber gefehlt haben, war das Glück heute auf meiner Seite.

Haben Sie den Ausfall von Benjamin Raich mitbekommen?

Baumann: Ich habe gewusst, dass der Benni ausgeschieden ist. Die Zuschauer im Ziel hört man bis zum Start rauf. Und beim Benni wurde es plötzlich ziemlich leise. Dann habe ich mir gesagt: Wenn es eine Medaille für Österreich geben soll, dann muss ich sie machen.

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Zu Beginn Ihrer Karriere sind Sie viel Slalom gefahren und hatten daher auch Nightrace-Erfahrung in Schladming. Haben Sie davon profitiert?

Baumann: Nach der Besichtigung hätte ich nie mit einer Medaille gerechnet, da der Kurs und die Verhältnisse enorm schwierig waren. Nachdem ich aber gesehen habe, welche Zeit der Finne Romar gefahren ist, wusste ich, dass ich das auch drauf habe. Und ich muss sagen, mir ist schon lange nicht mehr ein Slalom so leicht von der Hand gegangen.

Sie haben die Abfahrts-Quali verpasst und haben heute die Kombi-Abfahrt für sich entschieden. Sind Sie mit der Wut im Bauch gefahren?

Baumann: Die Wut im Bauch war keine Motivation. Nachdem sich die Trainer gegen mich bei der Abfahrt entschieden haben, bin ich Slalom trainieren gegangen und habe mich auf die Super-Kombi vorbereitet.

Nachdem es für Österreich bisher nicht nach Wunsch gelaufen ist, haben die deutschen Medien Österreich „gehänselt“. Sie haben eine deutsche Freundin. Wie war die Stimmung im Hause Baumann?

Baumann (lacht): Stimmt, ich wurde zu Hause auch gehänselt.

Das Gespräch zeichnete Günter Almberger auf


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