Papst-Rücktritt - Internationale Reaktionen in Zitaten

Für den britischen Premier hat Benedikt „unermüdlich gearbeitet“, der italienische Präsident lobte seinen „großen Mut“. Barroso hat sich „bewegt“ gezeigt.

Vatikanstadt - Der britische Premier David Cameron hat Papst Benedikt XVI. Tribut gezollt. „Er hat unermüdlich gearbeitet, um die Beziehungen zwischen Großbritannien und dem Heiligen Stuhl zu stärken. An seinen Besuch in Großbritannien 2010 wird mit großem Respekt und Zuneigung erinnert werden. Er wird als spiritueller Führer von Millionen vermisst werden.“

Italienische Politik reagiert überrascht

Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano lobte den „großen Mut“ Benedikts. Er zolle dem Papst seinen „allergrößten Respekt“, sagte er der Nachrichtenagentur ANSA zufolge. Benedikt habe mit der Entscheidung „außerordentlichen Mut und außerordentliches Verantwortungsbewusstsein“ bewiesen.

Wie ein Blitz aus heiterem Himmel kam für den scheidenden Premier Mario Monti die Rücktrittsankündigung des Papstes. „Ich bin sehr erschüttert über diese unerwartete Nachricht. Ich habe aber tiefen Respekt für den Beschluss des Heiligen Vaters. Ich bin sicher, dass sie vom Willen inspiriert ist, der Kirche bis zuletzt zu dienen und dafür zu sorgen, dass ihr auch künftig eine sichere Führung garantiert wird. Ich werde mich immer an den engen und persönlichen Dialog erinnern, den ich mit dem Papst während meiner Amtszeit als Premier hatte“, sagte Monti.

Medienzar und Premierkandidat Silvio Berlusconi erklärte sein Respekt für die „Geste von großem Verantwortungsbewusstsein“ des Papstes. Dieses entspreche einem ehrenwürdigen und hohem Ziel. „Benedikt hatte bereits gesagt, dass ein Papst das Recht und die Pflicht zum Rücktritt habe, sollte er spirituell, intellektuell und physisch nicht mehr in der Lage sein, sein Amt auszuüben. Benedikt XVI. tritt zurück, um der universalen Kirche eine solide und starke Führung zu sichern, wie es unsere Zeit erfordert“, meinte Berlusconi.

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EU-Kommissionspräsident Barroso „bewegt“

Die litauische Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite hat in einer Stellungnahme die Rolle Benedikts XVI. bei der Suche nach Lösungen für Konflikte hervorgehoben. „Papst Benedikt XVI. konsequenter Aufruf zur Lösung von Konflikten auf der Grundlage von Respekt, Dialog und Versöhnung ist eine langfristige Verpflichtung für die gesamte internationale Gemeinschaft. Litauen wünscht Seiner Heiligkeit anhaltende Gesundheit und dankt ihm für seine aufrichtige Unterstützung unserer Nation“, so die Präsidentin des mehrheitlich katholisch geprägten baltischen Landes.

Auch in den USA ist der Papstrücktritt mit völliger Überraschung aufgenommen worden. „Ich bin so erstaunt wie der Rest von Euch und genauso erpicht darauf herauszufinden, was genau los ist“, sagte der Erzbischof von New York, Kardinal Timothy Dolan, am Montag den Moderatoren der „Today Show“ des Fernsehsender NBC. Er fühle sich Papst Benedikt XVI. persönlich sehr verbunden, da er ihn zum Erzbischof von New York gemacht habe. „Ich trage den Ring, den er mir gegeben hat, das Kreuz, das er mir gegeben hat, daher fühle ich eine besondere Verbundenheit zu ihm.“

Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. (Kirill), hat lobende Worte für Benedikt XVI. gefunden. In der „schwierigen Lage“, in der sich das westliche Christentum heute befinde, habe der Papst „mutig“ die Positionen und moralischen Werte seiner Kirche verteidigt, sagte Kyrill I., berichtete Kathpress am Montag.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat sich „bewegt“ vom Amtsverzicht von Papst Benedikt XVI. gezeigt. Er zolle dem Wirken des Papstes und dessen Verteidigung ökumenischer Werte, des Friedens und der Menschenrechte Respekt, hieß es am Montagabend in Brüssel in einer Erklärung. (APA/dpa/AFP)


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