Die Tage des Müll-Exports nach Pill sind gezählt

Jahrelang bemühte sich die Stadtgemeinde Schwaz vergeblich um den Bau eines eigenen Recyclinghofes. Gestern fand der Spatenstich statt.

Von Angela Dähling

Schwaz –Eine Bezirkshauptstadt ohne Recyclinghof – man sollte meinen, das gibt es in Tirol nicht mehr, wo heutzutage bereits kleine Dörfer über eigene Reyclinghöfe verfügen. Schwaz aber hat bis dato kein eigenes Abfallzentrum – die Bürger aus Schwaz und Vomp bringen ihren Müll bzw. ihre Wertstoffe nach Pill. „Immerhin gab es zuletzt für unsere Bürger zweimal wöchentlich die zusätzliche Möglichkeit, zu der DAKA in Schwaz ihren Müll zu bringen, was rege angenommen wurde“, schildert der Schwazer Umweltreferent Hermann Weratschnig.

Seit mehr als 14 Jahren bemüht sich die Stadtführung um die Schaffung eines Recyclinghofes in Schwaz. Als Standorte waren unter anderem der neue Standort der Feuerwehr bei der Auto­bahnbrücke, ein Area­l in Bahnhofsnähe und der so genannte Hussl-Grund bei der Disco Mausefalle im Gespräch. Denn eigentlich strebte die Silberstadt die Schaffung einer regionalen Sammelstelle mit den Nachbargemeinden Vomp und Stans an. „Es scheiterte immer wieder an den Kosten und letztlich auch daran, dass die Gemeinde Stans bei der Generalsanierung ihres Bauhofes mit Fördermitteln einen eigenen Recyclinghof errichtete“, schildert Weratsch­nig.

Inzwischen hat man sich von der Idee einer zentralen Lage des Recyclinghofes verabschiedet. Im letzten Jahr wurde intensiv mit der Firma DAKA über eine Situierung am östlichen Stadtrand von Schwaz verhandelt. Das Ergebnis ist bekannt: Unlängst beschloss der Schwazer Gemeinderat einstimmig die Errichtung und den Betrieb eines eigenen Recycling­hofes durch die Firma DAKA auf deren Firmengelände (die TT berichtete).

Gestern fand im Beisein des halben Gemeinderates und mehrerer Stadtbediensteten auf dem Grundstück des Entsorgungsunternehmens der Spatenstich statt. „Nach dem schönen Stadtsaal wird es in Schwaz Zeit für einen schönen Recyclinghof“, meinte DAKA-Chefin Barbara Zitter­bart, die betonte, dass das lange Warten auf einen eigenen Recyclinghof ein Gutes hatte: „Wir haben erst jetzt den Platz dafür.“ Als Vorbild für das Schwazer Modell dient nach Exkursionen zu diversen Recyclinghöfen jener in Kufstein. Auf dem 3000 Quadratmeter großen Areal in Schwaz fahren ab heute die Bagger auf, um hier ein besonders serviceorientiertes Abfall­zentrum zu schaffen. Ab Juni ist ein Probebetrieb und ab Juli die offizielle Inbetriebnahme geplant.

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Die Errichtung auf dem DAKA-­Grund erfolgt durch das Unternehmen selbst. Es erhält dafür und für den Betrieb des Recyclinghofes zwanzig Jahre lang jährlich 184.000 Euro von der Stadtgemeinde Schwaz. Laut Weratschnig laufen derzeit Gespräche über eine Kooperation mit einer Umlandgemeinde.


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