Korruption: 17 Mrd. Euro Schaden

Ökonom Schneider fordert härtere Strafen für korrupte Manager. Tirol sei weniger betroffen als der Osten.

Symbolfoto.
© Keystone

Von Nina Werlberger

Linz –Der Schaden, der in Österreich durch Korruption entsteht, liegt laut Berechnungen des Linzer Ökonomen Friedrich Schneider weiter auf hohem Niveau – konkret spricht er für 2013 von 17 Mrd. Euro durch Bestechung, Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung. 2012 sei die Schadenssumme bei etwa 16 Mrd. Euro gelegen, sagte Schneider im TT-Gespräch. „Ich glaube aber nicht, dass die Korruption zugenommen hat, vielmehr dass mehr aufgedeckt wird als früher“, erklärte der Ökonom.

Den größten Schaden würde Korruption in der gesamten staatlichen Beschaffungskette anrichten. Als Beispiel nannte er Rüstungsaufträge. Auch in der Bauwirtschaft liege noch vieles im Argen.

Schneider meinte zudem, dass Bestechung bei Finanz-Kriminalfällen oft eine Rolle spiele. „Wenn etwas vertuscht wird, dann wird häufig auch bestochen“, meinte er mit Blick auf Finanzskandale in Salzburg oder Kärnten. Auch wenn man es nicht nachweisen könne, so vermute er doch, dass Korruption in diesen Fällen eine Rolle gespielt habe.

Die herrschenden Anti-Korruptionsgesetze hält Schneider für gut, allerdings sei beim Thema „Anfütterungsverbot“ über das Ziel hinausgeschossen worden. „Wer besticht, tut das nicht mit dem Geldkoffer oder einem Abendessen. Wenn Geld fließt, dann meist über Consultants auf Konten ins Ausland.“ Er rät zu Strafen, die korrupte Manager wirklich schmerzen: Fliegt Bestechung auf, sollten die betroffenen Firmen bis zu fünf Jahre lang keine Aufträge mehr von der öffentlichen Hand bekommen, schlägt der Ökonom vor. Abschreckend wirken würde auch, wenn korrupte Manager später nur noch die Mindestpension erhalten würden.

In Tirol bzw. Westösterreich sei die Korruption geringer ausgeprägt als im Osten, meinte der Experte. Dies liege an der „alemannischen und an der Tiroler Mentalität“, wohingegen aktives Vertuschen oder Korrumpieren im Osten stärker ausgeprägt sei.


Kommentieren


Schlagworte